Ukraine

Trotz Widerstand: Meggen gibt grünes Licht für Flüchtlingsunterkunft

23. September 2022, 13:13 Uhr
In der Luzerner Gemeinde Meggen kann wie geplant eine Containersiedlung für die ihr vom Kanton zugewiesenen Flüchtlinge errichtet werden. Der Gemeinderat hat zwanzig Einsprachen gegen das Vorhaben abgelehnt respektive ging wegen fehlender Legitimation oder verspäteter Eingabe nicht auf diese ein.
Auch in anderen Kantonen wurden für die Flüchtlinge Containersiedlungen erstellt, so im Mai in Bern.(Archivaufnahme)
© Keystone/PETER KLAUNZER

Am Freitag sollen die Vorarbeiten für die temporäre Wohncontainersiedlung am Standort Gottlieben beginnen, wie der Gemeinderat am Donnerstagabend mitteilte. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Anfang Dezember. Mit den Einsprachen hatte sich die Gemeindexekutive an einer Sitzung am Mittwoch befasst.

Führt der Luxus der Megger zu Unmut?

Die Unterbringung der Flüchtlinge sorgte im Vorfeld für Widerstand, etwa von der örtlichen SVP.  Gegenüber von «20 Minuten» sagte der Kantonsparlamentarier Thomas Schärli, dass die Megger ein spezielles Volk seien. «Man will zum Teil keine Leute in der Nähe haben, die vielleicht auch in ärmeren Verhältnissen aufgewachsen sind oder leben. Meggen ist eine wohlhabende Gemeinde. Wenn Menschen, die dann auf engstem Raum zusammenleben, sehen, dass die Leute rundherum in grossen Villen wohnen, könnte das zu Unmut führen», sagt Schärli weiter.

Stattdessen schlug die SVP vor, die Geflüchteten in einer unterirdischen Zivilschutzanlage ohne Fenster statt in Wohncontainern unterzubringen. Doch das ist nun Geschichte.

Primär Platz für Frauen und Kinder

Die Containersiedlung soll gemäss früheren Angaben des Kantons Platz bieten für rund hundert Personen. Untergebracht würden darin primär Frauen und Kinder aus der Ukraine. Die modulare Container-Anlage bestehe aus Zimmern, Wohnraum, Küchen und sanitären Anlagen. Betrieben werden soll die Unterkunft für eine Dauer von maximal drei Jahren.

Meggen hatte Mitte Juli angekündigt, die Erstellung einer solchen Containeranlage zu prüfen. Anlass war, dass die Gemeinde bis am 1. September 97 und bis am 1. Dezember total 123 Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen musste respektive muss. Dies hat der Kanton entschieden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. September 2022 06:17
aktualisiert: 23. September 2022 13:13
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