Enteignung in Vitznau

Verliert Holzbauer «Strüby» tausende Quadratmeter Bauland?

23. Juni 2020, 16:47 Uhr
Weil verdichtetes Bauen auf Bundesebene gefordert wird, müssen Kantone und Gemeinden Massnahmen ergreifen. Die Folge: Bauland wird in Landwirtschaftszonen umgewandelt. Einem Bauprojekt der Firma Strüby in Vitznau droht deswegen das Aus.
Wohnraum wird in Vitznau künftig knapper als geplant.
© Urs Flüeler / Keystone

Bezahlbare Alterswohnungen, ein Café, ein Coiffeursalon sowie eine Physiotherapie-Praxis und diverse Sporträume: All dies hätte in Vitznau entstehen sollen. Jetzt steht das Projekt vor einem Scherbenhaufen. Weil das neue Schweizer Raumplanungsgesetz verdichtetes Bauen vorsieht, zonen die Gemeinden und Kantone in der ganzen Schweiz die Bauzonen um. So geschehen auch in Vitznau. Wie der «Blick» schreibt, droht dem Holzbau-Unternehmen Strüby deswegen ein Millionenschaden.

Gemeinde hat am Verkauf mitverdient 

2018 habe das Unternehmen einen hohen Millionenbetrag für die Parzelle «Semli» bezahlt. Jetzt sollen die 12'000 Quadratmeter Bauland wieder zur Landwirtschaftszone werden. Es droht ein massiver Verlust. CEO Pius Kneubühler spricht im Blick-Interview von Enteignung. Besonders ärgerlich sei, dass beim Kauf über eine Million Franken an Steuern und Gewinnen an Gemeinde und Kanton flossen. Nur ein Jahr später wurde Strüby über die Zonenänderung informiert.

Entscheid am Sonntag

Diesen Sonntag stimmen die Vitznauerinnen und Vitznauer über die neue Ortsplanung ab. Stellen sich die Bürger dagegen, muss die Gemeinde die Ortsplanung revidieren. Damit steige aber auch der Druck auf alle Bauprojekte. Falls die Gemeinde nämlich bis Mai 2021 keine revidierte Ortsplanung vorlegen kann, käme es für alle Projekte zum Baustopp.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. Juni 2020 16:29
aktualisiert: 23. Juni 2020 16:47
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