Viel Arbeit für die Luzerner Staatsanwaltschaft

8. März 2017, 15:56 Uhr
Im vergangenen Jahr gab es fast 50'000 neue Fälle
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Im vergangenen Jahr gab es fast 50'000 neue Fälle

Die Staatsanwaltschaft Luzern hat im vergangenen Jahr knapp 50'000 neue Fälle bekommen. Dies liegt um 0.5% unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslast bleibe aber weiterhin konstant hoch, heisst es in einer Medienmitteilung. Die Schaffung der neuen Abteilung Wirtschaftsdelikte hat sich gemäss der Luzerner Staatsanwaltschaft bereits nach einem halben Jahr bewährt.
 
Per 1. Juli 2016 konnte die neue Abteilung 5 der Staatsanwaltschaft, spezialisiert auf die Verfolgung von Wirtschaftsdelikten, ihren Betrieb im Schappe-Center in Kriens aufnehmen. "Wir sind auf dem richtigen Weg und verzeichnen erste Erfolge", bilanziert der Luzerner Oberstaasanwalt Daniel Burri das erste halbe Jahr. Seit dem Start wurden der neuen Abteilung schon 338 Fälle zur Bearbeitung zugewiesen. Diese haben vor allem Betrugs- und Urkundendelikte im Fokus. 89 Fälle konnten bereits abgeschlossen werden.
 
Konstant hohe Fallzahlen für die Staatsanwaltschaft
Gegenüber dem Vorjahr blieben die Fallzahlen konstant hoch. Der äusserst geringfügige Rückgang von nur gerade 0,5% auf 49'911 Fälle sei nicht ausschlaggebend, hiess es an einer Medienkonferenz der Staatsanwaltschaft. Die Deliktstatistik zeige auch in diesem Jahr keine besonderen Auffälligkeiten. Während im Vorjahr (2015) die Fallzahlen bei den Betäubungsmitteldelikten noch stark angestiegen waren (+13,5%), bestätigte sich dieser Trend 2016 nicht mehr (-2%). In all diesen Deliktsbereichen ist der Rückgang der Fallzahlen aber wenig aussagekräftig und aufgrund der Schwankungen der früheren Jahre nicht signifikant.
 
Fallzahlen bei der Jugendanwaltschaft mit Schwankungen im üblichen Bereich
Dementsprechend sind auch die Falleingänge der Jugendanwaltschaft mit grösster Vorsicht zu interpretieren. Vor einem Jahr vermeldete die Staatsanwaltschaft noch weniger Gewaltdelikte. 2016 stiegen die Delikte gegen Leib und Leben bei den Jugendlichen wieder an (+12%). Dies dürfe jedoch nicht überbewertet werden, da in früheren Jahren weit mehr Gewaltdelikte verzeichnet wurden. Auch der Rückgang der Fälle insgesamt dürfe bei der Jugendanwaltschaft nicht zu stark gewichtet werden. Zurückgegangen seien hauptsächlich Bagatelldelikte (Übertretungen im Strassenverkehr, Kiffen und geringfügige Ladendiebstähle), wogegen die Belastung bei den grösseren Verfahren in etwa gleich geblieben sei.

Viel Arbeit für die Luzerner Staatsanwaltschaft

veröffentlicht: 8. März 2017 13:48
aktualisiert: 8. März 2017 15:56