Grosse Solidarität

Warum Ukraine-Flüchtlinge willkommener sind als andere

18. März 2022, 06:34 Uhr
Über 8500 Flüchtlinge sind inzwischen aus der Ukraine in der Schweiz angekommen. Die Solidarität ihnen gegenüber ist überwältigend. Viele Privatpersonen wollen Geflüchtete in den eigenen vier Wänden aufnehmen. Genau diese Solidarität wird aber auch kritisiert. Denn andere Flüchtlinge sind weniger willkommen.

Quelle: Tele 1

In der Schweiz werden Ukrainerinnen und Ukrainer mit offenen Armen empfangen. Von dieser Hilfsbereitschaft können andere Flüchtlinge wie beispielsweise Afghanen nur träumen. Gründe dafür seien sozialpsychologisch, erklärt Angela Addo vom Bündnis «Alle heisst alle»: «Es fällt Schweizerinnen und Schweizer einfacher, sich mit den Ukrainern zu solidarisieren, weil sie sich in diesen Menschen wiedererkennen und Ähnlichkeiten sehen. Sie sind uns geografisch und kulturell näher.»

Es habe aber auch historische Gründe. Leute aus dem globalen Süden oder Muslime seien in der Vergangenheit als Unmenschen dargestellt worden, so Addo weiter.

Stereotypen zeigen sich auch in Debatte des Nationalrats

Dass Vorurteile und Stereotypen immer noch in den Köpfen der Menschen verankert sind, zeigte sich auch in der Nationalrats-Debatte. «Ausländer, die in der Ukraine wohnen, aber nicht Ukrainer sind, die sollen in ihr Heimatland zurückgehen. Es darf nicht sein, dass Nigerianer oder Iraker mit ukrainischen Pässen plötzlich 18-jährige Ukrainerinnen vergewaltigen», sagte der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi. Diese Aussagen polarisierten und wurde scharf kritisiert. Zum Beispiel von den Grünen, die die rassistische Aussage von Aeschi als totale Entgleisung bezeichneten.

Die Schweiz zeigt sich trotz allem solidarisch mit den Ukrainerinnen und Ukrainern. Bis zu 9000 Betten stehen in den Bundesasylzentren aktuell zur Verfügung.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 18. März 2022 06:10
aktualisiert: 18. März 2022 06:34
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