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Buchrain

Wegen Coronafällen müssen die Bewohner des Altersheims noch früher raus

26. November 2021, 10:27 Uhr
Das Altersheim Tschann wird früher geschlossen als bisher angenommen. Der Grund: Ein Corona-Ausbruch. Die Bewohnenden werden per sofort in andere Pflegeheime umplatziert – eine emotional grosse Herausforderung für alle Beteiligten.
Das Alterszentrum Tschann in Buchrain steht jetzt leer.
© Pius Amrein (LZ)

Das Coronavirus grassiert unter den Bewohnenden und unter den Mitarbeitenden des Altersheims Tschann in Buchrain. Die Einrichtung sollte in absehbarer Zeit geschlossen werden. Jetzt geht alles schneller. Denn mit dem reduzierten Personalbestand ist das Wohl und die Sicherheit der Bewohnenden nicht mehr gewährleistet. «Das Zentrum verfügt über keine Möglichkeiten, infizierte Bewohnerinnen und Bewohner in eine abgetrennte Abteilung zu verlegen und dort zu betreuen», heisst es vonseiten des Buchrainers Gemeinderates.

Deshalb hat sich der Gemeinderat für die sofortige Umplatzierung aller Bewohner in andere Pflegeheime entschieden. Gestern Donnerstag ist der Umzug mit Unterstützung der Angehörigen, der Curviva und dem Zivildienst erfolgt. Zwei Seelsorger und ein Careteam waren im Einsatz, der Zivilschutz war für den Transport zuständig.

Zeichen der Solidarität

Für die Bewohnenden war die Verlegung eine emotional grosse Herausforderung. Denn wegen der Coronainfektion konnten sie teilweise nicht von ihren Angehörigen eng begleitet werden. Es sind Tränen geflossen, sagt der Gemeinderat. Gleichzeitig war die spontane Bereitschaft der Heime zur Aufnahme der Seniorinnen und Senioren ein eindrückliches Zeichen der Solidarität.

Erst vor einer Woche hatte die Gemeinde bekannt gegeben, das 2007 eröffnete Heim im Dorfzentrum aufzulösen und innert einer Frist von drei Monaten kontrolliert zu schliessen. Davon betroffen sind neben den 16 Bewohnenden auch rund 30 Mitarbeitende.

Hintergrund des Entscheides war, dass die Gemeinde für das Heim nicht mehr genügend Pflegepersonal rekrutieren konnte. Die Mitarbeitenden seien am Limit ihrer Kräfte. Projekte für einen Ausbau kamen nicht zustande, unter anderem aus finanziellen Gründen.

+++ Update folgt +++

(gch/SDA)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. November 2021 09:59
aktualisiert: 26. November 2021 10:27