Corona-Härtefälle

Welche Unternehmen sind schützenswert?

23. November 2020, 21:25 Uhr
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Quelle: PilatusToday

Die Hochschule Luzern für Wirtschaft hat Lösungsansätze untersucht, wie die knappen Ressourcen des Härtefall-Fonds bestmöglich verteilt werden können.

Besonders hart getroffen von der Corona-Pandemie ist das Gastgewerbe. Unzählige Restaurants, Bars, Clubs und Hotels kämpfen seit Monaten mit dezimierten Einnahmen. Bei manchen geht es bereits um das nackte Überleben.

Bund und Kantone haben zwar Hilfe für sogenannte Härtefälle versprochen, allerdings dürfte der Bedarf viel höher ausfallen, befürchtet die Hochschule. Deshalb müsse sichergestellt sein, dass mit den knappen finanziellen Ressourcen der grösstmögliche ökonomische Nutzen kreiert werde.

Deshalb wurden folgende Kriterien erwähnt, um zu definieren, bei welchen Unternehmen finanzielle Hilfe am meisten Sinn macht:

  1. Das Unternehmen muss grundsätzlich gesund sein. Deren Fortbestand darf nur durch die aktuelle, ausserordentliche Lage gefährdet sein.
  2. Die Abhängigkeit von weiteren Arbeitnehmern wie Zulieferern sind ebenfalls ein wichtiges Kriterium.
  3. Die Gastrobranche fungiert ausserdem oftmals als Plattform für sozial und kulturell wichtige Anlässe, was aber schwierig zu quantifizieren ist.

Luzerner Unternehmen sehen schwarz

Wenig begeistert zeigt sich derweil der Verein «LU – Luzerner Unternehmen». Er zeigt sich überzeugt, dass die vorgesehenen Massnahmen wie auch die Höhe des Kredites in keiner Weise der aktuellen Situation gerecht werden. «Rund 86 Prozent aller Luzerner Betriebe werden mit grösster Wahrscheinlichkeit vergebens auf Unterstützung durch den Kanton Luzern hoffen.»

Insbesondere die Gastro-, Event-, Kultur- und Tourismusbranchen werden noch Jahre brauchen, um sich zu erholen, kämpften sie doch bereits vor der Krise mit ausgesprochen tiefen Margen. «Eine Rückzahlungspflicht ist nicht realistisch und wird vielen Unternehmen über kurz oder lang das Genick brechen», ist der Verein überzeugt. Er befürwortet zwar den Entscheid des Regierungsrates, Unterstützungsgesuche kritisch zu prüfen, trotzdem sei jetzt schnelle Hilfe gefragt.

Ähnlicher Meinung ist der KMU- und Gewerbeverband Kanton Luzern. Der anstehende Prozess müsse möglichst flexibel angegangen werden. Zudem soll die KMU-Wirtschaft stärker in den Prozess eingebunden werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. November 2020 19:00
aktualisiert: 23. November 2020 21:25