Sursee

«What’s next? Katzen verbrennen?» Abschaffung der Gansabhauet gefordert

14. November 2022, 15:26 Uhr
Rund 4000 Zuschauerinnen und Zuschauer jubelten am 11. November den Schlägerinnen und Schlägern an der Gansabhauet in Sursee zu. Doch es gibt auch zahlreiche Stimmen, die die Tradition nicht mehr zeitgemäss finden. Eine Petition fordert nun die Abschaffung.
Nach zwei Jahren Pause baumelte am Martinstag wieder eine Gans im Städtchen Sursee. (Archivbild)
© KEYSTONE/ALEXANDRA WEY
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«What's next? Katzen verbrennen?», schreibt die Grünen-Nationalrätin Meret Schneider auf Twitter. Sie empört sich über die Gansabhauet, die am 11. November über die Bühne ging. Jedes Jahr lockt der Anlass tausende Menschen in die Altstadt Sursees. Wenn einer toten Gans mit einem stumpfen Säbel der Kopf abgehackt wird, gibt es jedoch nicht nur Applaus. Praktisch jährlich gibt es Proteste gegen die Tradition.

Ein Petitionskomitee findet, dass die Gansabhauet «das Ehrgefühl und die Würde des Tieres verletzt. Diese Werte seien im Schweizer Tierschutzgesetz festgeschrieben.» Die Gruppe fordert daher die Abschaffung des Anlasses. Bisher kamen rund 800 digitale Unterschriften zusammen.

Das war die Gansabhauet 2022:

Dass eine Debatte um den Anlass geführt wird, kann Erich Felber, Präsident der Gansabhauet-Kommission, verstehen. «Wir akzeptieren das», sagt er gegenüber «20 Minuten». Er wolle jedoch die Würdigung der Gans hervorheben. «In Sursee besteht eine grosse Wertschätzung gegenüber dem Tier. Der Ursprung der Tradition führt lange zurück, als die Gans als wertvolles Nahrungsmittel von den Klöstern überreicht wurde. Unter diesem Aspekt können wir den Brauch verantworten», so Felber.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. November 2022 11:30
aktualisiert: 14. November 2022 15:26