Recyclinghof Perlen

Wie stark recycelt die Schweiz? Bund analysiert den Inhalt von Abfallsäcken

15. November 2022, 13:04 Uhr
Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) will im November im Recycling-Center im luzernischen Perlen den Inhalt von 16,5 Tonnen Kehrichtsäcken genauer untersuchen. Damit soll festgestellt werden, wie die Abfallwirtschaft in der Schweiz wirkt und wo Verbesserungen angezeigt sind.

Quelle: PilatusToday / David Migliazza

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700 Kilogramm oder rund 140 gefüllte Säcke: So viel Abfall produziert jeder Mensch in der Schweiz durchschnittlich pro Jahr. Das sei eine «unrühmliche Spitzenposition» im internationalen Vergleich, sagte Bafu-Direktorin Katrin Schneeberger am Dienstag vor den Medien. Die Abfallanalyse werde zeigen, wo es Verbesserungen brauche.

In Perlen werden 16,5 Tonnen Abfallsäcke untersucht. Dies soll zeigen, wie die Schweizerinnen und Schweizer Abfall trennen.

© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die Kehrichtsäcke, die untersucht werden, stammen aus 33 repräsentativ ausgewählten Schweizer Gemeinden und werden nach Fraktionen sortiert und analysiert, schreibt das Bafu in einer Mitteilung. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Food Waste und den Abfällen, die eigentlich recyclet werden sollten. Die Ergebnisse der Analyse sollen im zweiten Halbjahr 2023 vorliegen.

Handarbeit in zwei Schichten

Das Bafu beauftragte für die Sortierung eine Umweltagentur. Insgesamt 18 Personen wurden temporär angestellt, um im wortwörtlichen Sinn im «Dreck» zu wühlen. Dies erfordere eine hohe Konzentration, zumal die Abfälle in den Kehrrichtsäcken oft verschmutzt und verklebt seien, erklären die Verantwortlichen der Agentur.

Seit 1982 untersucht das Bafu alle zehn Jahre die Zusammensetzung der Siedlungsabfälle. Einerseits, um wichtige Hinweise über das Konsumverhalten der Bevölkerung und seine Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren zu liefern. Andererseits soll die Analyse den Gemeinden dabei helfen, ihre Recyclinghöfe zu gestalten und optimieren.

Verbesserungspotential beim Recyceln

Die letzte Untersuchung fand 2012 statt. Sie zeigte, dass viele recycelbare Stoffe im Abfall landeten. Schätzungsweise rund ein Fünftel davon wäre noch verwertbar gewesen. Zwei Drittel dieser ungenutzten Wertstoffe entfallen auf sogenannte biogene Abfälle. Also Abfälle, die sich kompostieren oder vergären lassen.

Solcher Bio-Abfall landet oft im herkömmlichen Kehricht, wo es aber nicht hingehört.

© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Papier und Karton im Kehricht dagegen gingen gegenüber der letzten Untersuchung anteilsmässig zurück.

Quelle: sda
veröffentlicht: 15. November 2022 12:28
aktualisiert: 15. November 2022 13:04