Rabattschlacht vor dem Lockdown

«Wollen nicht auf Winterkollektion sitzen bleiben»

15. Januar 2021, 17:51 Uhr
Viele Kleiderläden, die ab Montag schliessen müssen, setzen jetzt auf kurzfristige Rabattaktionen. (Symbolbild)
© CH Media
Ab dem nächsten Montag bleiben die Türen vieler Läden für einige Wochen geschlossen. Vor allem die kleinen Händler könnten jetzt auf ihrer Winterkollektion sitzen bleiben, welche bei der Wiedereröffnung im Frühling dem nächsten Sortiment weichen müssen.

Nach dem Beschluss des Bundesrats vom Mittwoch (PilatusToday berichtete) müssen Läden, die keine Güter des täglichen Bedarfs anbieten, schliessen. Einige betroffene Händler versuchen jetzt mit Rabatten die Regale zu leeren. So erhält man bei Manor laut «Tagesanzeiger» einen Rabatt von 20 Prozent, wenn man mindestens drei herabgesetzte Produkte kauft und einzelne Kleiderläden geben auf den Wintersale zusätzliche Rabatte. Beim Kaufhaus Modissa in Zürich soll es bis Samstag sogar 70 Prozent auf alle Produkte geben.

Alles zum halben Preis

Im Frühling braucht es wieder Platz für neue Ware. Darum habe man sich entschieden, 50 Prozent Rabatt auf das ganze Sortiment zu geben, erklärt Joanna vom Asphalt Store in Luzern: «Alles, was jetzt noch verkauft wird, hilft uns.» Damit könne man auch den Kunden eine Freude bereiten, die sie in den vergangenen Monaten bereits kräftig unterstützt haben.

Viel Zeit bleibt dem Streetwear-Anbieter mit nur einer Filiale nicht mehr. «Wir sind jetzt um jeden Kunden froh», so die Verkäuferin. Geholfen habe, dass sich die Aktion auf Social Media herumgesprochen hat, doch erschwere der starke Schneefall den Weg in die Stadt. Bis Samstag um 17.00 Uhr stehen die Türen noch offen, danach geht es auch für sie in den Lockdown. Je länger dieser dauert, umso schwieriger wird es für den Asphalt Store.

Outlets und Onlinehandel helfen 

Auch die doodah-Filiale an der Töpferstrasse in Luzern hat am Samstag ihren vorerst letzten Verkaufstag. «Klar, tut es weh», meint Filialleiter Marcel Bütler auf Anfrage von PilatusToday und Tele1. «Vor allem die Sportferien im Februar wären normalerweise eine wichtige Zeit.» Trotzdem bleibt er optimistisch, denn von der Winterkollektion habe man viel schon verkauft und was übrigbleibe, könne später über ihre Outlets vertrieben werden. Im Gegensatz zu anderen Läden, könne man bei doodah auch auf den Onlinehandel zählen.

Darauf setzen auch die grossen Händler. Wie eine Sprecherin der schwedischen Kleiderkette H&M gegenüber dem «Tagesanzeiger» sagt, erwarte man aufgrund der Erfahrungen aus dem ersten Lockdown einen Wechsel auf den Online-Store. Auf Kollektionen sitzen zu bleiben, scheint beim Warenhaus Globus weniger ein Problem zu sein: «Dank unserem Onlineshop können wir auch weiterhin die Fashion-Kollektionen an die Frau und den Mann bringen», sagt eine Sprecherin zum «Tagesanzeiger».

Hohe Nachfrage nach Winterartikeln

Bei Ochsner Sport stieg die Nachfrage nach Winterartikel in den letzten Tagen stark an, sagt Pressesprecherin Nathalie Brunner auf Anfrage von PilatusToday und Tele1. Auch beim grössten Anbieter von Sportartikeln in der Schweiz spielt der Onlinehandel eine grosse Rolle. Teile der Ware wurden deshalb von den Geschäften ins Online-Shop Lager verlagert. Nebst kostenloser Lieferung soll auch die Rückgabe von Artikeln bei der Wiedereröffnung gratis sein, so Brunner.

Da die Beratung vor Ort wegfällt, biete Ochsner Sport im Online-Shop eine Live Chat-Beratung an, um die Kunden weiterhin beim Einkauf unterstützen zu können. Dazu sollen 21 Filialen für «Click & Collect» geöffnet bleiben. Dieses Angebot beinhalte Abholungen, Skimontage, -Service und -Vermietung.

(mda)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Januar 2021 16:21
aktualisiert: 15. Januar 2021 17:51