Zentralschweiz
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Wütende Eltern in Horw: Schulhaus-Streit führt zu Drohungen

Klasseneinteilung

Wütende Eltern in Horw: Schulhaus-Streit führt zu Drohungen

· Online seit 03.03.2023, 11:12 Uhr
Bereits seit Längerem gibt es in Horw einen Streit um Schulhäuser. Eltern müssen ihre Kinder in ein weiter entferntes Schulhaus schicken. Nun äussern sich Eltern wie auch der Gemeindepräsident im Gemeindemagazin. Mitarbeitende der Gemeinde sollen gar bedroht und beschimpft worden sein.
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Der Horwer Schulweg ist schon länger ein Politikum. Im Mai 2022 ärgerten sich Eltern darüber, dass ihre Kinder einen 20 Minuten längeren Schulweg ins Schulhaus Allmend in Kauf nehmen müssen. Dies, obwohl sie direkt neben dem Schulhaus Spitz wohnen. Damals waren rund 14 Kinder betroffen, welche allesamt direkt neben dem Schulhaus Spitz wohnten.

Einer der Väter, Patrick Indergand, äusserte sich im Tele 1 Beitrag dazu: «Unter anderem werden in fünf Familien Geschwister getrennt. Das eine Kind soll in der Allmend zur Schule gehen und das andere im Schulhaus Spitz.»

Quelle: Tele 1

Lesebrief bietet Zündstoff 

Nun spitzte sich die Situation zu. Wie «zentralplus» berichtet, schrieben genervte Eltern einen Leserbrief in der aktuellen Ausgabe des Horwer Gemeindemagazins «Blickpunkt». Darin schreiben die Eltern Manuela Bammert und Oskar Mathis, dass sich die Problematik nicht gelöst hätte. Die Eltern können neu ihr «Wunsch-Schulhaus» nicht mehr angeben. 

Vor allem die Umgangsform der Gemeinde mit den Eltern scheint zu stören. Es gäbe keinen direkten Dialog, erzählt Bammert gegenüber «zentralplus». «Viele Eltern sind vor allem enttäuscht, dass Gesuche beim Rektorat mit Standardbriefen beantwortet werden und kein persönlicher Austausch stattfindet.» Viele Eltern würden nicht wissen, warum ihr Kind nun in eine andere Schule eingeteilt wurde.

Gemeindepräsident ist sauer

Der direkte Dialog zwischen den beiden Fronten scheint wohl wirklich nicht stattzufinden. Denn auch der Gemeindepräsident Ruedi Burkard äussert sich im Gemeindemagazin über die Schuleinteilung. Gemäss «zentralplus» verwies er im Text darauf, dass es manchmal Kompromisse braucht. Bei rund 1300 Kindern und Jugendlichen würden die Schulklassen so geplant, dass die weder zu gross noch zu klein seien.

Doch das emotionale Thema macht Burkard sauer. Wie er im Gemeindemagazin schreibt, hätte der Unmut der Eltern teilweise heftige Ausmasse angenommen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule oder gar deren Familienangehörige seien anonym beschimpft worden. Burkard schreibt: «Solche Berichte machen mich sprachlos, sie sind wirklich sehr bedenklich! Ist das der Ausdruck eines egoistischen Blickwinkels der Gesellschaft?»

Informationsveranstaltung – ohne Eltern 

Was genau vorgefallen ist, wird verschwiegen. Aufklärung soll allenfalls eine Infoveranstaltung geben, welche am 15. März stattfinden wird. Diese sei nicht öffentlich, Mitglieder des Einwohnerrats, die Bildungskommission und die Presse sind eingeladen, die Eltern jedoch nicht. Die Eltern hingegen haben rund 200 Unterschriften gegen die Klasseneinteilung und für einen gemeinsamen Dialog gesammelt. Diese haben sie bei der Gemeinde deponiert.

veröffentlicht: 3. März 2023 11:12
aktualisiert: 3. März 2023 11:12
Quelle: PilatusToday

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