Festival

Zentralschweizer Festival eröffnet Blicke ins Verborgene

13. März 2022, 11:05 Uhr
«Innereien» heisst das neue Festival der Albert Koechlin Stiftung (AKS), das vom 15. März bis 15. Juni 2022 in der Zentralschweiz stattfindet. Das Thema wird in 20 Theater-, Literatur-, Musik- und Kunstproduktionen umgesetzt - zum Teil handfest, zum Teil subtil.
Der Teufel soll mit seinen Krallen die Schrattenfluh gestaltet haben. Grund genug, künstlerisch einen Blick in die Innereien des Bergs zu wagen. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Die AKS hatte im April 2020 das Kunstprojekt «Innereien» ausgeschrieben. 93 Projektideen wurden eingereicht. Die 20 ausgewählten Projekte wurden mit total 975'000 Franken unterstützt.

Eine Hauptaufführung oder einen zentralen Festivalort hat «Innereien» nicht. Das Festival lebt in jeder Beziehung von der Vielfalt und findet an diversen Orten statt. Auch einzelne Projekte sind nicht unbedingt an einen Ort gebunden. Samuel Herzog bietet so zu seinem Buchprojekt «Bei Vollmond ist das ganze Dorf auf den Beinen» Lesungen mit Verkostungen in Luzern, Sachseln, Altdorf, Stans und Mutotathal an.

Ziemlich wörtlich setzt das «Innereien Filmfest» das Festivalthema um. Es zeigt im Kino Bourbaki in Luzern blutrünstige Horrorklassiker wie «The Texas Chain Saw Massacre». Dazu werden «thematisch passende Happen» serviert, wie es im Programmheft heisst.

Napf und Schrattenfluh

Körperorgane spielen am Festival indes nur eine untergeordnete Rolle, vielmehr wird das Verborgene kunstvoll sichtbar gemacht. Gleich zwei Projekte praktizieren dies mit Hilfe der Geologie: Andi Rieser schnitt Steine aus dem Napfgebiet auf und stellt in einem Buch die Bilder der Steininnereien der Landschaft gegenüber, das Projekt «Schratteflue - Teufel, Hengst und Jungfrau» erkundet das Innere des Berges mit einem multimedialen Kunstprojekt und einer Begehung von Höhlen in dem Entlebucher Karstgebiet.

«Schratteflue» ist nicht das einzige Kunstprojekt, dass auch an der frischen Luft stattfindet. So gibt es einen Oratorium-Spaziergang durch die Stadt Luzern. Das Werk sucht nach dem Menschen, der sich hinter dem Scharfrichter und Arzt Baltz Mengis verbirgt, der im 17. Jahrhundert in Luzern sein Amt ausübte.

Ausstellungen und Konzerte

Eröffnet wird das drei Monate dauernde Festival am Dienstag im Bell Areal in Kriens LU. Die erste Veranstaltung, die im Rahmen von «Innereien» startet, ist die Ausstellung «Bork» von Nicole Brugger ab dem 16. März in der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern. Sie zeigt die «Innereien» von Holz, nämlich die von Käfern geschaffene Kunst, die sich unter der Rinde von Bäumen versteckt.

Diese Woche wird das Thema auch noch musikalisch umgesetzt, und zwar am 17. und 18. März im Theater Uri in Altdorf. Zuerst ist das Trio Franziska Bruecker, Gerhard Meister, Anna Trauffer am Zug, dann der Verein Ohrwurm, der «musikalische Innereien», nämlich «innere Melodien» von 18 Urner Musikerinnen und Musikern, präsentiert.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. März 2022 11:31
aktualisiert: 13. März 2022 11:31
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