Tourismus-Statistik

Luzerner Hotels leiden besonders unter der Coronakrise

4. August 2020, 16:04 Uhr
In der Region rund um den Vierwaldstättersee hat sich die Anzahl der gebuchten Logiernächte gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert. (Symbolbild)
© CabriO Stanserhorn-Bahn
Die Zahl der Logiernächte in der Schweizer Hotellerie ist im ersten Halbjahr 2020 aufgrund der Coronakrise stark eingebrochen. Die Tourismus-Spots um den Vierwaldstättersee sind besonders stark betroffen.

Insgesamt registrierte die Schweiz im ersten Halbjahr 9,9 Millionen Logiernächte. Wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte, bedeutet dies im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 47,5 Prozent. Dabei sank die ausländische Nachfrage um rund 60, die inländische um 32 Prozent.

Während die Zahlen im Januar und Februar schweizweit noch anstiegen, kam Mitte März mit dem Lockdown der Einbruch. Am höchsten war der Rückgang der Logiernächte im April mit 92,4 Prozent. Im Mai gab es, zumindest bei der Inland-Nachfrage, eine erste Erholung, während die Logiernächte bei den ausländischen Touristen um 95 Prozent zurückging.

Zentralschweizer Tourismus litt besonders stark

Die Region rund um den Vierwaldstättersee wurde von der Coronakrise besonders hart getroffen. Insgesamt verzeichneten die Hotels von Januar bis Juni rund 55 Prozent weniger Gäste als im Vorjahr. Die Stadt Luzern erlebte mit über 67 Prozent gar den grössten Einbruch aller vom BFS aufgelisteten Tourismus-Städte, dicht gefolgt von Zürich, Genf und Basel.

Gian Walker vom Luzerner Schweizerhof erklärt sich diese Zahlen so, dass Luzern oftmals Dreh- und Angelpunkt von ausländischen Gästen ist. «Einheimische Touristen sind auf diese Übernachtungen nicht angewiesen», weiss Walker. Er rechnet auch damit, dass sich der Markt nicht so schnell erholen wird. «Wir versuchen trotz allem, positiv zu bleiben.»

Ruhige Lagen nach wie vor gefragt

Anders sieht es beim Seehotel Hermitage aus. «Wir wurden überrannt, zeitweise hatten wir gar zu wenig Liegestühle», sagt der Direktor Samuel Menti. Den Ansturm kann er sich vor allem durch die aussergewöhnliche Lage erklären. «Wir werden als Ferienhotel am Stadtrand wahrgenommen.» Dies scheint bei der Schweizer Bevölkerung zurzeit besonders gefragt zu sein. Während Menti normalerweise 25 Prozent einheimische Gäste begrüsst, waren es in den vergangenen Wochen ganze 90 Prozent.

Der Präsident von Luzern Hotels und Zentralschweiz Conrad Meier bestätigt, dass zurzeit Hotels an ruhigen Lagen wie auf dem Land oder am Stadtrand besonders gefragt sind. «Betriebe am See und in den Bergregionen haben gute Belegungszahlen», so Meier. Das Nachsehen hätte eher die Stadthotellerie, die auf Events, Seminare und Gruppenreisende angewiesen sei. Die Situation müsse man nehmen wie das Wetter: «Es ist wechselhaft und wir können es nicht beeinflussen.»

Quelle: CHM / PilatusToday
veröffentlicht: 4. August 2020 15:57
aktualisiert: 4. August 2020 16:04