Wochenthema

«Man muss überzeugt sein»: Ein Vater spricht über eine missverstandene Branche

Melissa Steuri, 25. August 2022, 16:04 Uhr
Es ist einer der wichtigsten und bedeutendsten Wirtschaftszweige der Schweiz: die Maschinen-, Elektro-, und Metallindustrie, – kurz MEM. Und doch geniesst die Branche nicht wirklich einen guten Ruf. Neben dreckigen Händen, schlechter Bezahlung und düsterer Zukunft gibt es zahlreiche weitere Vorurteile. Wir räumen damit auf.
Ein Vater spricht über die Erfahrungen mit der MEM-Branche.
© zVg
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Die Vorurteile gegenüber der MEM-Branche sind für Eltern oft der Grund, ihren Jugendlichen von einer Berufslehre darin abzuraten. Ein Studium, die IT-Branche oder eine Kaufmännische Ausbildung sind beliebter.

In der Wochenserie sprechen wir mit verschiedenen Menschen rund um die Branche. In diesem Artikel geht es um die Sicht eines Vaters, dessen Sohn die Lehre zum Polymechaniker gemacht hatte. 

Für Gustav Muth ist es nachvollziehbar, dass Eltern für ihre Kinder ein Studium im Sinn haben. «Klar, hat man mit einem Universitätsstudium eine andere Stellung in der Gesellschaft. Für uns war es aber nicht relevant, sagen zu können, unser Sohn hat studiert. Uns war es wichtiger, dass unser Kind glücklich ist.» Deswegen hat Muth seinen Sohn von Anfang an unterstützt. Überzeugung brauchte es nicht.

Lukas Muth, Sohn von Gustav Muth, absolvierte eine Lehre als Polymechaniker.

© zVg

Trotzdem ist der Vater der Meinung, dass auch die Eltern vom Berufswunsch der Kinder überzeugt sein müssen. Sonst werde es schwierig: «Es wäre falsch, wenn das Kind immer wieder zu hören bekommt, warum es nicht einen anderen Beruf gewählt hat. Es gibt aber genügend Möglichkeiten, sich zu informieren und sich so vielleicht doch noch überzeugen zu lassen.» Beispielsweise kann das Kind eine Schnupperlehre machen. Oder die Eltern können eine Informationsveranstaltung besuchen.

Im Video: Vater spricht über die Vorurteile in der Branche

Quelle: memoundmema.ch

Vorurteile MEM-Branche: Alles halb so schlimm

Grundsätzlich findet Gustav Muth, dass die Bedenken gewisser Menschen gegenüber der MEM-Branche unberechtigt sind. Insbesondere das Vorurteil, die Branche solle keine Zukunft haben, entspreche nicht der Wahrheit. «Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass wir gewisse Produktionen wieder zurück in die Schweiz holen müssen. Aufgrund der heutigen Ausgangslage denke ich, dass die Unternehmen in der MEM-Branche gut aufgestellt sind.»

Als Vater macht sich Gustav Muth also keine Sorgen um die Zukunft seines Sohnes. Als Handwerker wünscht er sich sogar, dass viele junge Menschen einen Beruf in der MEM-Branche wählen. Denn gut ausgebildete Fachkräfte seien in der Branche mehr denn je gefragt.

Weitere Informationen zu den MEM-Lehrberufen findest du hier.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 25. August 2022 16:04
aktualisiert: 25. August 2022 16:04