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Corona

Medienkonferenz verpasst? Das sind die vier wichtigsten Punkte

17. August 2021, 17:11 Uhr
Die Coronazahlen steigen und vor allem Kinder stecken sich jüngst mit dem Virus an. Heute Nachmittag erläuterte die Corona-Task-Force diese und weitere neue Erkenntnisse. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst.
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Quelle: CH Media Video Unit

Es stecken sich mehr Kinder an

Die Infektionszahlen nehmen aktuell zu. «Leider geht die Entwicklung nicht in die Richtung, die wir uns gewünscht haben», sagt Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung vom BAG. Seit Juni haben sich die Spitaleinweisungen insgesamt verzehnfacht. Das heisst: Aktuell hat die Schweiz ein Niveau erreicht, wie es in der zweiten Welle im vergangenen Herbst war. Es sei wahrscheinlich, dass jeder einmal mit dem Coronavirus in Berührung komme.

Unter den Neuinfizierten sind vermehrt Kinder unter zehn Jahren. Das bereitet dem BAG Sorgen. Zwar sind die Symptome bei Kindern nicht stark und sie geben das Virus nicht so gut weiter wie Erwachsene. Trotzdem will das BAG hier wachsam bleiben.

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Geimpft vs. Genesen: Studie zeigt grosse Unterschiede

Während der Medienkonferenz stellte Milo Puhan von der Universität Zürich Resultate einer Studie der Corona Immunitas vor. Untersucht wurde, wie viele Menschen gegen Corona immun sind. Dabei gibt es grosse Unterschiede zwischen geimpften und genesenen Personen.

Beide haben zwar Antikörper gegen das Virus im Blut. Allerdings ist die Menge unterschiedlich. Vor allem bei Genesenen gibt es grosse Unterschiede in der Menge. Bei Geimpften ist die Anzahl viel gleichmässiger und teilweise auch etwas höher. «Das zeigt uns, dass die Impfung gut wirkt», sagt Puhan. Und es sei ein Hinweis darauf, dass der Schutz vor einer neuen Infektion mit einer Impfung höher ist als nach einer Erkrankung.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Luzern zeigt, dass 58 Prozent der Studienteilnehmenden in Luzern Antikörper gegen das Virus entwickelt haben.

Drei neue Ziele 

Bis jetzt sei es das Ziel gewesen, vor allem gefährdete Personen vor einer Infektion zu schützen. Da jetzt jeder Zugang zur Impfung hat, wurden drei neue Ziele formuliert:

  • Eine Überlastung des Gesundheitswesens muss verhindert werden. Auch das Gesundheitspersonal, das in den vergangenen Monaten sehr gefordert war, soll damit entlastet werden. 
  • Kinder unter 12 Jahren sollen geschützt werden. Nicht nur vor dem Virus selbst, sondern auch vor den Folgen der Pandemie. Deshalb sollen grosse Ausbrüche, etwa an Schulen, verhindert werden. Die Schulen sollen offen bleiben. 
  • Menschen mit einem besonders anfälligen Immunsystem sollen geschützt werden. Hier können etwa Auffrischungsimpfungen helfen. Konkrete Daten gibt es dazu aber nicht. Vereinzelt erhalten Menschen mit schwachem Immunsystem bereits eine dritte Impfung. Das sei aber keine Booster-Impfung, sondern eine Ergänzung zum Immunsystem. 

Ausblick: Wird es härtere Massnahmen oder Booster-Impfungen geben?

Da sich aktuell mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren, kommt die Frage nach härteren Massnahmen auf. Vor einer Woche betonte Bundesrat Alain Berset, dass er erneute Schliessungen unbedingt vermeiden möchte. Rudolf Hauri, Präsident der Kantonsärzte, erklärt: «Sollten wir in eine Situation kommen, wie es im italienischen Bergamo im letzten Jahr der Fall war und Triagen (Verschiebungen der Patienten) nötig sind, müssten härtere Massnahmen erfolgen.»

Aktuell sind 14 Prozent aller Menschen, die auf der Intensivstation liegen, wegen Corona dort. Gibt es eine Obergrenze auf den Intensivstationen? «Eine Belastung von mehr als 300 Betten durch Covid-Patienten ist nicht machbar», sagt Patrick Mathys.

Eine Booster-Impfung wie in den USA ist für die Schweiz aktuell nicht vorgesehen. Aber es werde darüber diskutiert. Damit es wirklich dazu kommt, müssten die Impfstoffhersteller eine neue Zulassung erhalten, die von Swissmedic gegeben wird.

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Quelle: CH Media Video Unit

(gch)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. August 2021 17:03
aktualisiert: 17. August 2021 17:11