Skifahren wird teurer

Mit diesen Preisen reagieren Skigebiete auf die Energiekrise

Nicole Huber, 25. Oktober 2022, 15:51 Uhr
Die Wintersportler müssen künftig tiefer ins Portemonnaie greifen. Denn die steigenden Strompreise zwingen die Skigebiete zu erhöhten Wintertarifen. Die Erhöhungen betragen dabei je zwischen zwei bis fünf Prozent. Wir haben eine Zentralschweizer Übersicht erstellt.
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Ob künstliche Beschneiung, Beleuchtung jeglicher Art oder Heizungen – die Skigebiete sind diesen Winter wie gewohnt auf viel Strom angewiesen. Aber wir befinden uns am vermeintlichen Beginn der Energiekrise. Infolge der gestiegenen Strompreise reagieren die Skigebiete ihrerseits mit einer Erhöhung der Tarife.

Der Wintersport wird also teurer. Hier eine Übersicht der Preise für eine Erwachsenen-Tageskarte.

Skigebiete wie Biel-Kinzig, Ratzi und die Mythenregion reagierten mit einem Preisaufschlag von jeweils zwei Franken. Auch im Hoch-Ybrig bezahlen Wintersportlerinnen und Wintersportler dieses Jahr zwei Franken mehr, eine Tageskarte kostet neu 57 Franken.

Die Skigebiete Klewenalp, Mörlialp sowie das Skigebiet Sattel-Hochstuckli haben sich dazu entschieden, ihre Ticketpreise um drei Franken zu erhöhen. Hier kostet eine Tageskarte neu 54 Franken, beziehungsweise 45 Franken und 42 Franken. Der Skilift Nollen in Unterägeri hat mit 25 Prozent Tariferhöhung die höchste Preissteigerung in der Zentralschweiz, eine Tageskarte kostet hier neu 25 Franken.

In den Skigebieten des Kantons Luzern sind bisher keine Anpassungen der Ticketpreise bekannt. Hierorts bleiben die Tarife dieselben wie im vergangenen Jahr.

Keine preislichen Veränderungen gab es bisher auch in den Skigebieten Melchsee-Frutt, Brunni, Gitschenen, Friherrrenberg oder beim Skilift Gfellen. Auch das Skigebiet Andermatt-Sedrun verändert seine Tarife nicht.

Die Wintertarife für das Skigebiet Sörenberg werden erst Ende Oktober bekannt gegeben, weil auf ein dynamisches Preissystem umgestellt wird. Auch das Skigebiet Engelberg-Titlis setzt dieses Jahr wieder auf dynamische Preise, eine Tageskarte kostet aktuell 54 Franken.

Verband bereitet sich auf Krisensituation vor

Die Schweizer Bergbahnen sind für rund 0,3 Prozent des landesweiten Stromverbrauchs verantwortlich. Grund genug, dass auch der Verband die Stromsituation genau im Auge behält. Man bereite sich auch auf das Szenario einer Krisensituation vor, so Adrian Bühlmann, Geschäftsführer Transportunternehmungen Zentralschweiz (TUZ).

Die Ticketpreise beschliesse jedes Skigebiet selbst, erklärt Bühlmann. Je nach Vereinbarung mit den Strom- und Dieselanbietern müssten die Skigebiete unterschiedlich reagieren. Jene mit langfristigen Verträgen hätten daher weniger Risiko als solche mit kurzfristig begrenzten Verträgen. Konkrete Ausarbeitungen seitens des Branchenverbands gebe es keine. «Uns ist wichtig, dass jedes Unternehmen selbst entscheiden kann, wann und mit welchen Massnahmen Strom gespart werden kann», erklärt Bühlmann. Als Branchenverband habe man lediglich den Preis des Schneepasses Zentralschweiz bestimmt, welcher im Vergleich zu vergangenem Jahr unverändert bleibt.

Schluss mit Nachtskifahren?

Auch die Überlegung, das Nachtskifahren diese Saison reduziert durchzuführen, sei bei einigen Skigebieten präsent. Priorität habe dies jedoch nicht. «Die Unternehmen möchten die Energie dort sparen, wo die Gäste möglichst wenig davon merken», so Bühlmann. Also etwa eine Reduktion der Umlaufgeschwindigkeit von Bahnen in Randzeiten.

Sollte es diesen Winter wirklich zur Krisensituation kommen, liege es schlussendlich in der Verantwortung des Bundesrates, Massnahmen zum Stromsparen festzulegen. Dies werde hoffentlich nicht der Fall sein. Bühlmann geht davon aus, dass die freiwilligen Sparmassnahmen der Wirtschaft und der Bevölkerung eine solche Mangellage verhindern können.

(hni)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 24. Oktober 2022 05:45
aktualisiert: 25. Oktober 2022 15:51