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Schlacht bei Sempach

Nach Neonazi-Treffen in Sempach – Kanton forscht nach

15. Juli 2021, 14:24 Uhr
Vergangenes Wochenende marschierten rund 70 Neonazis in Sempach auf und trafen sich zu einer rechtsextremen Gedenkfeier zur Schlacht bei Sempach. Die Luzerner Polizei liess die Rechtsradikalen gewähren.
Rechtsextreme PNOS bei der Gedenkfeier zur Schlacht bei Sempacht im Jahr 2008. (Archivbild)
© neue LZ/ Adrian Stähli

Die Luzerner Polizei habe gewusst, dass vergangenes Wochenende eine Kranzniederlegung geplant war, sagt sie gegenüber «Zentralplus». Der genau Tag und der Zeitpunkt seien der Polizei aber nicht bekannt gewesen.

Gleiche Band wie im Toggenburg

Der Stadtpräsident von Sempach Jürg Aebi ist alles andere als erfreut: «Wir verurteilen Extreme. Und sind alles andere als erfreut darüber, dass sich Rechtsradikale in unserer Gemeinde treffen.» Die offizielle Gedenkfeier zum Konflikt zwischen Eidgenossen und Habsburgern bei der Arnold von Winkelried den Landsleuten bei der Schlacht bei Sempach zum Sieg verholfen haben soll, fand bereits ein Wochenende zuvor statt.

Organisiert habe das Neonazi-Treffen die Nationale Aktionsfront NAF. Gemäss Recherchen von «Zentralplus» waren am Treffen verschiedene Mitglieder von Neonazigruppen anwesend. Beispielsweise der Nationalistischen Jugend Schweiz oder des verbotenen deutschen Netzwerks «Blood & Honour». Ausserdem sei eine rechtsradikale Walliser Musikerin aufgetreten und die Rechtsrockbands «Division Germania» und «Frontalkraft», letztere war bereits in den vergangenen Jahren an einem Rechtsradikalen-Treffen in Unterwasser im Toggenburg.

Kanton prüft Nachforschungen

Unterbunden wurde der Rechtsextremen-Aufmarsch seitens der Behörden nicht. «Die Luzerner Polizei ist nicht Bewilligungsinstanz für eine Kranzniederlegung. Gemäss unserem Kenntnisstand ist eine Kranzniederlegung auch nicht bewilligungspflichtig», so der Luzerner Polizeisprecher.

Der Anlass könnte trotzdem Konsequenzen haben: Der Kanton Luzern hat Nachforschungen angekündigt. «Wir werden diese Informationen prüfen und anschliessend entscheiden, ob wir Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Widerhandlung gegen Paragraph 8a des Reglements über die Benutzung des Schlachtfeldes von Sempach erstatten», sagt Yasmin Kunz, Sprecherin des Luzerner Finanzdepartements.

Sollte eine Verletzung des Reglements festgestellt werden, kann diese mit einer Busse von bis zu 5000 Franken bestraft werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 15. Juli 2021 11:30
aktualisiert: 15. Juli 2021 14:24