Hergiswil

Bauern stellen Hindernisse für Biker auf

Mario Trlaja, 30. Mai 2020, 19:02 Uhr
Weil immer mehr Mountainbiker über Wiesen und Wanderwege fahren, haben Landbesitzer und Bauern selbst gebaute Hindernisse und Warnschilder aufgestellt. Nicht alle Biker zeigen dafür Verständnis.

Martin Schale aus Hergiswil betont, es gehe nicht darum, die Mountainbiker von seinem Grundstück zu vertreiben, sondern diese zu sensibilisieren. Einen Kilometer vor Schwendelberg zwischen Horw und Hergiswil liegt sein Grundstück. Umgeben von Wald und Bauernhöfen eigentlich perfekt für eine Bike-Tour. Weil jedoch zu viele Mountainbike-Fahrer die Wanderwege und Trampelpfade benutzen, kommt es zum Knatsch.

«Am Auffahrtswochenende hatten wir täglich um die 240 Biker», sagt Martin Schale. Dies führe dazu, dass die Trampelpfade immer breiter werden und die Bauern Teile ihrer Weide verlieren. Deshalb habe er letzten Samstag vier Hindernisse gebaut, so Schale. Dadurch sollen einerseits weniger Biker passieren und andererseits vorsichtiger fahren müssen.

Hier sind laut Schale am Wochenende über 240 Biker täglich durchgefahren.

© Martin Schale

«Kennst du das Biker-Gesetz? Wir auch nicht.»

Nebst den Hindernissen wurden auch Hinweistafeln aufgestellt. Dort wird gebeten, zum Biken auf gekennzeichnete Mountainbike-Wege auszuweichen. Davon seien aber zu wenige vorhanden, erklärt Martin Schale. Die Biker würden aus Mangel an Alternativen auf Fussgängerwege zurückgreifen. Man erwarte deshalb vom Kanton Nidwalden klare Regeln und mehr Mountainbike-Pfade.

Dies bestätigt Bio-Bauer Balz Blättler. Auch er habe Hindernisse auf den Wegen platziert. «Eigentlich hätten alle Platz. Es sind zehn Prozent, die sich nicht an die Regeln halten.» Weil gewisse Mountainbiker mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien und zu spät abbremsen, schade dies auch dem Wildbestand. «Man sieht immer weniger Rehe und Hasen», so der Bio-Bauer.

Neben den Bikern soll auch der Kanton angesprochen werden.

© Martin Schale

Biker haben wenig Verständnis

Richy Fürsinger vom Bike Club Titlis hat für die Do-it-yourself-Massnahmen wenig Verständnis. Es brauche Feingefühl auf beiden Seiten und keine Hindernisse auf Wegen, die eigentlich allen zugänglich sein sollten. «Ein guter Biker hinterlässt keine Spuren», so der leidenschaftliche Mountainbiker.

Judith Faller, Guide der Zentralschweizer Bikeguides, stimmt dem zu. Sie stellt die Legalität der Hindernisse infrage. «Falls sich ein Biker an den Hindernissen verletzt, müssten die Landbesitzer haften», so Faller.

Bei anderen Mountainbikern überwiege die Einsicht, sagt Balz Blättler. «Diese Woche wurden wir von einigen Mountainbikern aus der Region auf die Hindernisse angesprochen. Vielen war nicht klar, welche Schäden ihr Hobby verursacht», so der Bio-Bauer.

Über das Pfingstwochenende werden in Hergiswil wieder vermehrt auswärtige Mountainbiker erwartet. Hoffentlich überwiegen auch bei ihnen Einsicht und Feingefühl.

Bericht von Tele 1

Tele 1 war dabei, als sich Thomas Vetterli von Bike Zentralschweiz sowie Martin Schale, Landbesitzer Hergiswil zum Gespräch trafen. 

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Quelle: tele1

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. Mai 2020 19:49
aktualisiert: 30. Mai 2020 19:02