Verkehrsproblem

«Ein Projekt, das mehrheitsfähig ist»: Neuer Anlauf für die Umfahrung Stans

23.02.2024, 05:59 Uhr
· Online seit 22.02.2024, 19:18 Uhr
Fast täglich Stau in und um Stans herum. Mit der Umfahrung Stans-West wollte die Nidwaldner Regierung das Verkehrsproblem endlich lösen. Das Stimmvolk hat dies aber vor eineinhalb Jahren abgelehnt. Nun ist klar, wie es weitergehen soll.
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Wie man den Verkehr in und um den Nidwaldner Hauptort Stans entlasten will, ist schon seit Jahrzehnten ein Thema. Konkret wurde es 2022, als das Volk einen Kredit von fast 19 Millionen Franken für eine Westumfahrung knapp ablehnte. Vom Tisch war das Thema damit aber nicht. Vertreter des Kantonsparlaments, der Gemeinden Stans, Ennetmoos, Stansstad und Oberdorf suchten an einem Runden Tisch nach Lösungen.

Umfahrungsstrasse soll kommen

Einig ist man sich in Nidwalden, dass etwas passieren muss. Eine Umfahrungsstrasse im Westen wird auch nach wie vor als die wirksamste Option angesehen, wie Baudirektorin Therese Rotzer-Mathyer (Mitte) sagt. Das, obwohl diese Variante vor rund zwei Jahren keine Mehrheit fand.

Die Gründe dafür seien aber nicht die Lage der Umfahrungsstrasse gewesen, sondern viele offene Fragen bezüglich Linienführung, Kosten, Entlastungswirkung und flankierenden Massnahmen. In diesen Punkten soll jetzt mehr Klarheit geschaffen werden. «Wir wollen mit einer neuen Studie Kosten und Nutzen neu analysieren», so Rotzer-Mathyer. Die Umfahrungsstrasse soll dann als Massnahme ins Agglomerationsprogramm des Bundes aufgenommen und dieses im Frühjahr 2025 beim Bund eingereicht werden.

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Tele-1-Beitrag zur abgelehnten Abstimmung 2022

Regierung und Parlament uneinig

Die Nidwaldner Regierung kritisierte in der Vergangenheit die zu hohen Kosten von rund 19 Millionen Franken im Verhältnis zum Nutzen der Umfahrungsstrasse. Zudem brachte sie immer wieder das Gesamtverkehrskonzept ins Spiel, das man abwarten wolle. Das Kantonsparlament wollte davon nichts wissen. Von Seiten CVP hiess es damals, die Regierung wolle sich hinter dem Gesamtverkehrskonzept verstecken. Die SVP meinte, die Regierung nehme das Anliegen nicht ernst.

Widerstand gegen die geplante Umfahrungsstrasse gab es vor der Abstimmung vor allem von den Grünen, SP und der FDP. So sagte FDP-Politikerin Beatrice Richard 2020, es sei die teuerste und wirkungsloseste Strasse für Stans. Auch Daniel Niederberger von der SP meinte, dass die Strasse gemäss den damals vorliegenden Studien nicht die erhoffe Wirkung habe. Er sprach von einer teuren Strasse für Sonntags- und Blustfahrten und wollte, wie die Regierung, das Gesamtverkehrskonzept abwarten.

(red.)

veröffentlicht: 22. Februar 2024 19:18
aktualisiert: 23. Februar 2024 05:59
Quelle: PilatusToday

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