Schon 18 tote Tiere

Gämsblindheit wütet am Pilatus – Kantone reagieren

12. August 2022, 08:28 Uhr
Am Pilatus grassiert die Gämsblindheit: Nachdem der Kanton Obwalden Ende Juli in gewissen Gebieten am Pilatus ein Jagdverbot ausgesprochen hat, zieht Nidwalden nun nach. Damit will man den verbleibenden Gämsen Ruhe gewähren.
Gämsen dürfen beim Pilatusgebiet nicht mehr gejagt werden. (Symbolbild)
© KEYSTONE/OLIVIER MAIRE

Bereits im März 2022 tauchten die ersten Fälle der hochansteckenden bakteriellen Augenerkrankung bei Gämsen am Pilatusgebiet auf. Einige Wochen wurden keine neuen erkrankten Tiere entdeckt, bis dann anfangs Juli wieder mehrere Fälle der Gämsblindheit festgestellt wurden. Insgesamt mussten bisher 18 Tiere von der Wildhut erlegt werden.

Gämsbestand reduziert

Erkrankte Tiere sind nicht überlebensfähig und verenden. Deshalb sei es wichtig, die Verbreitung der Krankheit zu verhindern, schreiben die Nidwaldner Behörden. Die Krankheit reduzierte den Gämsbestand im Pilatusgebiet bereits erheblich.

Ruhe für Wildtiere

Der Kanton Nidwalden hat daher ein Jagdverbot für die Gemeindegebiete Hergiswil und Lopper Stansstad verhängt. Dies, nachdem bereits Ende Juli der Kanton Obwalden für gewisse Gebiete ein Jagdverbot ausgesprochen hat. Mit dieser Massnahme wolle man dem verbleibenden Gämsbestand Ruhe gewähren. Auch der Kanton Luzern wird nur eine eingeschränkte Jagd auf die Gämse im Gebiet Pilatus durchführen.

Weiter weist der Kanton Nidwalden darauf hin, dass Wandernde zum Schutz der Wildtiere auf dem offiziellen Wanderwegnetz bleiben und die Hunde an der Leine führen sollen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 11. August 2022 22:40
aktualisiert: 12. August 2022 08:28
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