Ob- und Nidwalden

Kriminalstatistik: Weiterhin gute Sicherheitslage in beiden Kantonen

22. März 2021, 16:24 Uhr
Im Vergleich zu anderen Polizeikorps muss die Kantonspolizei Nidwalden weniger oft wegen kriminellen Machenschaften ausrücken. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Mehr Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz in Obwalden und Zunahme bei häuslicher Gewalt, sexueller Nötigung und Sachbeschädigung in Nidwalden. Die Kriminalstatistik des Pandemiejahres 2020 zeigt jedoch auch positive Trends.

So war die Aufklärungsquote im Kanton Obwalden so hoch wie noch nie. Mit 62,2 Prozent liegt sie deutlich über dem Schweizer Durchschnitt von 41,7 Prozent. Diese ausserordentlich hohe Quote dürfte laut Mitteilung des Kanton Obwalden unter anderem darauf zurückführen sein, dass im Jahr 2020 in einigen Deliktsbereichen mehrheitlich lokale Täter aktiv waren. Auch Nidwalden liegt mit 43,1 Prozent über dem Schweizer Schnitt – aber nur knapp.

Nidwalden: Stabile Kriminalitätslage auf tiefem Niveau

Der Kanton Nidwalden bleibt ein sicheres Pflaster. Pro 1'000 Einwohner verzeichnete die Kantonspolizei 26,7 Verstösse gegen das Strafgesetzbuch, wie sie am Montag mitteilte. Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 49,0 Straftaten pro 1'000 Einwohner.

Im Kanton Nidwalden gab es 2020 im Vergleich zum Vorjahr weniger Diebstähle, dafür vermehrt Sachbeschädigungen und häusliche Gewalt.

© Kanton Nidwalden

Insgesamt wurden im letzten Jahr im Kanton Nidwalden 1'151 Verstösse gegen das Strafgesetzbuch verzeichnet, 21 mehr als 2019. Dazu kamen 90 (2019: 128) Drogendelikte, 46 (59) Verstösse gegen das Ausländergesetz und 135 (91) Verstösse gegen weitere Bundesgesetze. Total waren es somit 1'422 Straftaten, 14 mehr als 2019.

Die Zahl der Sexualdelikte nahm von 24 auf 36 zu. Die Polizei weist darauf hin, dass es bei dieser Deliktsgruppe von Jahr zu Jahr zu grossen Schwankungen kommen kann. Gleiches gilt für die häusliche Gewalt, wo die Zahl der Straftaten von 47 auf 80 zunahm. In den letzten fünf Jahren bewegte sich die Zahl zwischen 47 und 106 Fällen.

Obwalden: Hohe Dunkelziffer bei Cyberkriminalität

Im Kanton Obwalden belief sich die Zahl der Verstösse gegen das Strafgesetzbuch im Jahr 2020 auf 1'313, das sind 31 weniger als noch 2019. Zugenommen haben die Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz. Gab es im Vorjahr Jahr noch 146 Fälle, wurden 2020 bereits 203 Verstösse gemeldet. Dies sei mit dem Schwergewicht zu erklären, das die Kantonspolizei Obwalden auf diese Problematik legt. Verstösse gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz gab es noch 38 (2019: 52).

Die Verstösse gegen das Strafgesetzbuch stagnieren im Kanton Obwalden.

© Kanton Obwalden

In Obwalden erstmals ausgewertet wurden Cyberdelikte. Von ihnen gab es 140, davon 128 gegen das Vermögen gerichtet. Hier sei laut der Kantonspolizei Obwalden mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen, da aufgrund fehlender Tatbestandselemente, auch nicht alle gemeldeten Verdachtsmomente erfasst werden.

Uri: Sichere Kriminalitätslage auf tiefem Niveau

Im Kanton Uri nahm die Zahl der Straftaten 2020 um 27 auf 938 Delikte zu. Davon entfielen 718 (2019: 685) auf das Strafgesetzbuch, 42 (58) auf das Betäubungsmittelgesetz, 98 (85) auf das Ausländergesetz und 80 (83) auf weitere Bundesgesetze.

In Uri rückte die Polizei 2020 17 Mal wegen häuslicher Gewalt aus, dies gegenüber 6 Mal 2019. Dabei wurden 52 (2019: 22) Straftatbestände rapportiert. 

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 22. März 2021 16:24
aktualisiert: 22. März 2021 16:24