Wahlen

Nidwaldner Parlament bleibt bürgerlich, GLP grosse Gewinnerin

Chantal Herger, 14. März 2022, 07:47 Uhr
60 Sitze waren zu vergeben, 220 Kandidierende kämpften darum: Von den 41 Bisherigen wurden bis auf fünf Kandidierende alle wiedergewählt. Grosse Gewinnerin ist die im vergangenen Jahr gegründete GLP, die erstmals im Parlament vertreten ist – und dies gleich mit fünf Sitzen.
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Quelle: PilatusToday / David Migliazza

Damit erreicht die Grünliberale Partei Fraktionsstärke. Die fünf neuen GLP-Sitze werden von Matthias Christen aus Buochs, Jonas Tappolet aus Ennetbürgen, Annette Blättler aus Hergiswil, Christine Amstutz aus Stans und Denise Weger aus Stansstad besetzt.

GLP in Nidwalden: Von 0 auf 100

Die beiden Co-Präsidenten der GLP, Matthias Christen und Denise Weger, sind mit dem Wahltag mehr als zufrieden: «Ich war am Morgen sehr nervös, jetzt bin ich überglücklich», sagte Christen. Auch Denise Weger zeigte sich überwältigt: «Wir haben eine Punktlandung geschafft: von 0 auf 100. Wir haben unser Ziel erreicht.» Nun kann die GLP auch im Parlament mitwirken, und nicht nur in der Regierung, in die sie am Sonntag ebenfalls gewählt wurde.

Denis Weger, Co-Präsidenten der Nidwaldner GLP, zeigt sich überglücklich über den Ausgang der Wahlen.

© KEYSTONE/Patrick Huerlimann

Die GLP sei mit dem Ziel angetreten, im Kanton Verantwortung zu übernehmen und dem Bevölkerungsteil eine Stimme zu geben, der bisher keine hatte. Man habe den richtigen Zeitpunkt erwischt, um ins politische Geschehen einzugreifen, gerade aktuelle Themen wie der Klimawandel hätten hier geholfen, so Weger weiter. Als konkretes Ziel ihres Parteiprogramms erwähnen die beiden Co-Präsidenten die Erreichung der Klimaneutralität bis 2040. «Wir sind voller Tatendrang und werden Nidwalden vorwärtsbringen», verspricht Weger.

SVP konnte ihre 15 Sitze halten

Die fünf gewonnenen Sitze der GLP gehen zulasten der grossen Parteien FDP und Die Mitte sowie der Grünen, SP/Juso und den Übrigen. Die Enttäuschung bei den jeweiligen Parteipräsidenten ist dementsprechend gross. Einzig die SVP konnte ihre 15 Sitze halten. Die FDP bleibt trotz einem Sitz weniger die stärkste Partei. Daher freuen sie sich, die Politik weiterhin aktiv mitgestalten zu können, sagte etwa der FDP-Präsident Raphael Bodenmüller.

FDP-Präsident Raphael Bodenmüller kann sich darüber freuen, dass seine Partei weiterhin am stärksten im Parlament vertreten ist.

© Luzerner Zeitung

Für die zukünftige Zusammenarbeit sieht es Denise Weger von der GLP als positiv, dass sie allen Parteien Sitze abgenommen haben und nicht nur einer einzigen Partei: «Es ist sehr ausgewogen und zeigt auch, dass wir von allen Lagern Wählerinnen und Wähler gewinnen konnten.»

17 Frauen ins Parlament gewählt

Das Nidwaldner Parlament setzt sich neu aus 17 Frauen und 43 Männern zusammen. Damit hat sich der Frauenanteil um 6,7 Prozent erhöht. Von den bisherigen Kandidierenden haben 36 die Wiederwahl geschafft. Nicht wiedergewählt wurden: Pierre Nemitz (parteilos, Beckenried), Bruno Christen (Die Mitte, Buochs), Dave Kesseli (SVP, Buochs), Ilona Cortese (Grüne, Hergiswil) und Guido Infanger (FDP, Stans). Insgesamt wurden 24 Personen neu ins Nidwaldner Parlament gewählt.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. März 2022 06:03
aktualisiert: 14. März 2022 07:47
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