Zentralschweiz
Nidwalden

Ex-Butlerin der Queen erzählt: Schweizer Schokolade spielte eine grosse Rolle

Ex-Butlerin verrät

«Portwein und Schokoladenkuchen mochte die Queen besonders»

19.09.2022, 11:27 Uhr
· Online seit 19.09.2022, 06:02 Uhr
Zita Langenstein blickt gerne auf die erste Begegnung mit Queen Elizabeth II. zurück. Die Nidwaldnerin war Butlerin der britischen Königin und darf an der Beerdigung in London teilnehmen. Aus diesem Anlass schwelgt die Ex-Butlerin in Erinnerungen.
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Was man oft von der verstorbenen Queen liest, kann Zita Langenstein aus tiefsten Herzen bestätigen: «Sie war eine unglaublich warmherzige, sehr liebenswürdige, extrem intelligente und vor allem sehr weise Frau.» In der Zeit, als die Nidwaldnerin an der Butlerschule in London ihre Assistenz-Fähigkeiten erlernte, traf sie die Queen zum ersten Mal – an einer «Gardenparty».

2500 Personen waren vor Ort und alle wollte die Queen mit eigenen Augen sehen. «Ich war wie blockiert, als sie vor mir stand», erinnert sich die Ex-Butlerin. Die Queen zeigte reges Interesse an der jungen Butleranwärterin und redete über 20 Minuten mit ihr. Auf die Frage, ob sie der Queen die Hand schütteln durfte, erklärt Langenstein: «Sie schüttelte mir die Hand. Man bietet der Queen nicht die Hand an, sondern umgekehrt.»

Portwein und Schokoladenkuchen

Die nächsten Jahre war Langenstein durchschnittlich zehn Mal pro Jahr im Dienste ihrer Majestät. In all der Zeit lernte sie die Queen immer besser kennen. Sie weiss genau, was sie mochte und was ihr nicht gefiel: «Sie trank gerne einen Apéro zum Mittag – Portwein in Kombination mit Schokoladenkuchen mochte sie besonders. Sie war ein sehr interessierter Mensch. Folglich liebte sie es, sich stundenlang in ein Buch zu vertiefen.»

Hass habe sie als Butlerin der Queen nie kennengelernt. Aber Ungenauigkeit konnte die Königin gar nicht leiden. Alles sollte stets perfekt sein: «Anlässe und Einladung mussten immer einwandfrei ablaufen. Das Allerwichtigste war, dass sich die Gäste wohlfühlten», berichtet Langenstein.

Das Königshaus und die Schweiz

«Queen Elizabeth II. hatte die Schweiz extrem gerne», erinnert sich die Nidwaldnerin. Oft habe sie von den Besuchen in der Schweiz erzählt. Die Queen sei der Meinung gewesen, dass England noch viel vom kleinen Staat lernen könne. Ihr gefiel der Grundgedanke schon früher, nicht der EU anzugehören.

Auch der kleine Prinz George schien gefallen an der Schweiz zu haben – oder wohl eher an den süssen Geschenken, die Langenstein oft für ihn dabei hatte. Schmunzelnd erzählt die erfahrene Butlerin: «Ich habe ihn stets offiziell begrüsst. Nachdem er meinen Gruss abgenommen hatte, war normalerweise die erste Frage, ob ich etwas Schokolade für ihn habe.» Die Sorte spielte dabei keine Rolle – Hauptsache Schweizer Schokolade.

Eine neue Ära

Zita Langenstein schaut zuversichtlich in die Zukunft. Es werde aber bestimmt eine komplett neue Ära eingeleitet. «Wir werden einen König haben, der seine Meinung sagen wird. Er bringt sämtliche Eigenschaften, um die momentanen Themen, die die Welt bringt, gut zu betreuen.» Charles sei ein sehr visionärer Mensch. «Ich glaube, wir werden alle sehr beeindruckt von ihm sein.»

Ob die erfahrene Butlerin weiterhin dem Königshaus dienen wird, kann sie selbst noch nicht sagen. Sie darf am Montag aber an der Beerdigung der Queen teilnehmen, was laut Langenstein ein schöner Abschluss wäre.

veröffentlicht: 19. September 2022 06:02
aktualisiert: 19. September 2022 11:27
Quelle: PilatusToday

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