Wanderwege

Wenn die Kuh zur Gefahr wird

Mario Trlaja, 27. Juni 2020, 07:49 Uhr
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Quelle: Tele1

Weil immer mehr Menschen auf den Wanderwegen unterwegs sind, kommt es vermehrt zu gefährlichen Situationen mit Rinderherden. In Wolfenschiessen werden deswegen sogar Wanderwege umgebaut. Wir zeigen, wie du dich beim Wandern schützen kannst.

«Seit 2008 hat es doppelt so viele Menschen auf den Wanderwegen, die Anzahl der Wege hat sich aber nicht gross verändert», erzählt Thomy Vetterli, Vizepräsident der Gemeinde Wolfenschiessen. Mehr Wanderer führen auch zu mehr Begegnungen mit Rinderherden. Dadurch steigt auch das Risiko für gefährliche Vorfälle.

Zwei solcher Vorfälle gab es im letzten Sommer in Wolfenschiessen. Mehrere Wanderer wurden dabei von Kühen verletzt. Ein Hund wurde gar totgetrampelt.

Wolfenschiessen reagiert auf Angriffe vom letzten Jahr

Damit dies nicht wieder passiert, hat man in Wolfenschiessen umgehend Massnahmen ergriffen. Wo möglich, sei das Vieh in eine andere Zone verlegt worden, erklärt Vetterli. Mit Zäunen habe man zudem nachgeholfen, noch mehr Distanz zwischen Kühe und Menschen zu schaffen.

Cornelia Stelzer, Sicherheitsfachfrau der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL), versucht Wanderer aufzuklären. «Wenn man von einem Kuh-Angriff spricht, handelt es sich eigentlich um eine Verteidigungsreaktion.» Kühe seien Herdentiere. Insbesondere wenn Jungtiere anwesend sind, seien die Kühe bereit, ihre Herde zu verteidigen. Um jeden Preis.

Wie können sich Wanderer schützen?

Für Wanderer, die auf eine Kuhherde treffen, hat Cornelia Stelzer einige Ratschläge. «Man sollte sich immer bewusst sein, dass man Gast auf der Kuhweide ist», so die Expertin. Bei bedrohlichen Situationen sollten Wanderer langsam rückwärtsgehen, um Distanz zu schaffen. «Nach Möglichkeit sollte man auch einen Hang hinauflaufen, weil Kühe nur langsam aufwärtslaufen könne».

Zu gefährlichen Situationen kann es insbesondere dann kommen, wenn Wanderer mit Hunden unterwegs sind. «Kühe nehmen Hunde als Wölfe wahr. Dieser Instinkt kann Panik auslösen», erklärt Cornelia Stelzer. Wanderer sollten Hunde deshalb immer an der kurzen Leine führen.

Falls es aber zu einem Angriff kommt, sollte der Hund losgelassen werden. «Kühe konzentrieren sich dann eher auf den Hund und dieser könnte die Tiere wieder auf den Wanderer lenken», so die Expertin.

(tam)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. Juni 2020 21:22
aktualisiert: 27. Juni 2020 07:49