«Es geht erst richtig los»

Wie soll Stans nun vom Verkehr entlastet werden?

28. November 2022, 07:54 Uhr
Nidwalden will nichts von einer Entlastungsstrasse im Westen des Hauptorts Stans wissen. Die Stimmbevölkerung hat einen Kredit von 18,8 Millionen Franken verworfen und damit den Bau des umstrittenen Projekts gestoppt. Wie geht es nun weiter?
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«Nun geht die Arbeit erst richtig los», sagte der Nidwaldner Grünen-Präsident Alexander Huser am Sonntagnachmittag gegenüber PilatusToday und Tele 1. Denn für alle Beteiligten ist klar, dass es mit der Verkehrsplanung in und um Stans weitergehen muss. «Das Volk hat nur knapp Nein gesagt und der Politik damit klar den Auftrag gegeben, an diesem Thema weiterzuarbeiten», fügt Baudirektorin Therese Rotzer an.

Wegen seines Kosten-Nutzen-Verhältnisses wurde das Vorhaben mit einem Nein-Stimmenanteil von 53 Prozent (7466 zu 6700 Stimmen) verworfen. Die Stimmbeteiligung betrug laut der Staatskanzlei 46 Prozent. Die ein Kilometer lange Strasse Stans West hätte den Autobahnanschluss Stans Nord mit der Strasse Richtung Ennetmoos verbinden sollen.

Nur zwei der elf Nidwaldner Gemeinden stimmten der Vorlage zu, Wolfenschiessen und Ennetmoos, das von der Strasse am meisten profitiert hätte.

Runder Tisch soll Klarheit schaffen

Mit dem «Nein» dürften nun mehrere Jahre vergehen, bis ein neues, spruchreifes Projekt für eine Entlastung des Hauptortes vorliege, teilt die Regierung mit. Der Kanton werde sich mit dem Gemeinderat von Stans und den Parteien an einen runden Tisch setzen.

Im Zusammenhang mit dem Projekt gebe es einfach noch zu viele offene Fragen, erklärt Therese Rotzer. Zum Beispiel müsse man zuerst klären, wie man den Verkehr in Stans ordnen möchte, bevor man mit dem nächsten Projekt komme.

Hier rot dargestellt: Die neue Entlastungsstrasse im Westen von Stans.
© Kanton Nidwalden

Erst wenn ein mehrheitsfähiger Konsens gefunden sei, mache es Sinn, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen. «Die meisten haben positiv auf den runden Tisch reagiert», freut sich Rotzer.

Stans West hatte eine lange Vorgeschichte. Es war vor allem das kantonale Parlament, der die Idee einer Entlastungsstrasse vorantrieb und die Linienführung vorzeitig festlegte. Die Regierung hätte lieber verschiedene Varianten geprüft und ein Gesamtverkehrskonzept für den Kanton Nidwalden abgewartet.

Selbst Stanser Gemeinderat nur mässig begeistert

Die geplante Strasse wäre täglich von 3000 Fahrzeugen benutzt worden und hätte damit vor allem den westlichen Dorfrand vom Verkehr entlastet. Damit sie auch im Dorfzentrum eine spürbare Wirkung gehabt hätte, wären noch nicht projektierte und budgetierte flankierende Massnahmen nötig gewesen.

Dies und die Tatsache, dass die Kosten gegenüber ersten Annahmen um über einen Viertel höher veranschlagt wurden, führten dazu, dass nicht nur die ökologischen Parteien, sondern sogar die FDP die Nein-Parole beschlossen. Auch der Gemeinderat von Stans stellte sich nur mit mässiger Begeisterung hinter das Vorhaben.

Den runden Tisch hingegen begrüssen alle Beteiligten. «Es ist wichtig, dass wir gemeinsam Lösungen finden, welche von der Bevölkerung angenommen werden», sagt FDP-Kantonsparlamentarier Dominik Steiner. Und Alexander Huser ist sich sicher: «Wir werden eine Lösung finden für Stans West.»

Tele 1-Vorschaubeitrag vom 17. November

Quelle: Tele 1

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. November 2022 13:05
aktualisiert: 28. November 2022 07:54