Zentralschweiz

Oberster Schulleiter stellt sich gegen Massentests

08.08.2021, 11:35 Uhr
· Online seit 08.08.2021, 06:30 Uhr
Wegen Keimen im Testmaterial sind auch in Zentralschweizer Kantonen Massentests an Schulen und Betrieben vorübergehend gestoppt worden. Nun kann ein neuer Lieferant einspringen. Gleichzeitig gibt es Kritik an den Massentests vom Präsidenten des Schweizer Schulleiterverbands.
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Hunderttausende Testkits mussten zurückgeschickt werden, weil sie möglicherweise mit Keimen verseucht waren. Kurz darauf war zwar klar, dass die Keime wohl nicht schädlich sind, dennoch musste das Material ersetzt werden. Das ist nun auch der Fall. Aber mit einem neuen Lieferanten, berichtet der «Sonntagsblick».

Die neuen Testkits kommen von der Berner Firma Ender Diagnostics und werden aktuell in der Messe Zürich-Oerlikon zusammengestellt. 60'000 Testkits pro Tag. Von den Tests des neuen Lieferanten profitieren allerdings nur neun der insgesamt 13 betroffenen Kantone. Dazu gehören neben den Zentralschweizer Kantonen Luzern, Schwyz und Zug auch Zürich, Bern, Schaffhausen, Freiburg, Jura und das Wallis. In diesen Kantonen werden die Tests über die Plattform «Together We Test» organisiert.

Ebenfalls getestet werden kann nach den Sommerferien in Graubünden und im Aargau. Der Kanton Graubünden kann auf ein Reservelager zurückgreifen, der Kanton Aargau hat ebenfalls einen neun Lieferanten gefunden.

Massentests an Schulen bekommen Gegenwind

Während die Kantone nun also wieder mit Testkits für Schulen und Betriebe versorgt sind, gibt es vor allem an den Massentests an Schulen Kritik. Der Präsident des Schweizer Schulleiterverbandes, Thomas Minder, kritisiert in der «NZZ am Sonntag»: «So schiebt der Bundesrat den Schulen den schwarzen Peter zu.»

Minder findet es paradox, wenn der Bundesrat generell Schutzmassnahmen lockere und gleichzeitig an den Schulen mehr Massnahmen wolle. Gesundheitsminister Alain Berset hatte die Kantone erst kürzlich dazu aufgefordert, solche Tests durchzuführen.

Auch hinter die Maskenpflicht an Schulen stellt Thomas Minder ein Fragezeichen. «Man kann nicht alle vor allem schützen», sagt er gegenüber der «NZZ am Sonntag». Es brauche eine Abwägung zwischen Schutz und Bildung.

(yap)

veröffentlicht: 8. August 2021 06:30
aktualisiert: 8. August 2021 11:35
Quelle: PilatusToday

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