Tourismus

Brunni-Bahnen melden nach Rekordjahren einen Verlust

2. September 2020, 10:30 Uhr
Die Brunni Bahnen in Engelberg OW haben einen Verlust eingefahren. (Archivaufnahme)
© KEYSTONE/URS FLUEELER
Die Brunni-Bahnen in Engelberg OW müssen nach Rekordergebnissen in den vergangenen Jahren für das Geschäftsjahr 2019/20 einen Verlust ausweisen. Mit Blick nach vorn zeigt sich der Bahnbetreiber zwar zuversichtlich, doch auf die Ausschüttung einer Dividende will der Verwaltungsrat angesichts der Coronakrise verzichten.

Die coronabedingten Schliessungen, aber auch der Umbau des Bergrestaurants Ristis sowie der schneearme Winter haben nach den Umsatzrekorden der Vorjahre in der Ende April abgeschlossenen Rechnung deutliche Spuren hinterlassen, wie die Brunni-Bahnen Engelberg am Mittwoch mitteilten.

Der Gesamtumsatz sank gegenüber dem Vorjahr um fast einen Viertel auf 5,8 Millionen Franken und der operative Gewinn (EBITDA) um 57 Prozent auf 0,9 Millionen. Unter dem Strich resultierte ein Verlust von 0,4 Millionen Franken - nach einem Nettogewinn von 0,1 Millionen im Vorjahr.

Verhalten optimistisch

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2020/21 zeigen sich die Verantwortlichen der Brunni-Bahnen trotz Coronakrise «verhalten optimistisch». Aufgrund des staatlichen Lockdowns habe die Bahn zwar einen Monatsumsatz verloren, und der verregnete Juni sei dem Neustart auch nicht gerade förderlich gewesen. Im Juli und August sei das Gästeaufkommen dann aber «zufriedenstellend» gewesen.

In der laufenden Sommersaison betrage der Umsatzrückstand gegenüber dem Vorjahr und dem fünfjährigen Durchschnitt nur noch etwa 10 Prozent, hiess es weiter. So habe man den Covid-19-Kredit von 0,5 Millionen Franken bereits wieder zurückzahlen können.

Auch sei die Kurzarbeit Ende Juni wieder aufgehoben worden. Und als «erfreulich» bezeichnete das Unternehmen die Buchungsstände für Übernachtungen im Restaurant Ristis für die Herbstferien und die Wintersaison.

Dividendenverzicht beantragt

Sorgen bereitet dem Verwaltungsrat des Bahnbetreibers aber die Entwicklung der wieder steigenden Coronafallzahlen. Deswegen habe man beschlossen, die kommende Generalversammlung auf schriftlichem Weg abzuhalten. Und nicht zuletzt beantragt der Verwaltungsrat angesichts der Krisensituation, auf die Rückzahlung einer Kapitaleinlagenreserve und die Auszahlung einer Dividende zu verzichten.

Das Brunni in Engelberg ist im Sommer vor allem Ausflugs- und Wandergebiet. Direkt neben dem Bergrestaurant Ristis gibt es eine Sommerrodelbahn. Zudem zählt das Gebiet vier Klettersteige und hat Gleitschirmpassagierflüge im Angebot. Für die Wintertouristen bietet das Gebiet acht Kilometer Ski- und fünf Kilometer Schlittelpisten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 2. September 2020 10:36
aktualisiert: 2. September 2020 10:30