Wahlen Kantonsparlament OW

Die Mitte als grosse Siegerin – die Frauen als Verliererinnen

Raffaele Keller, 14. März 2022, 08:15 Uhr
Am Sonntag standen im Kanton Obwalden die Gesamterneuerungswahlen an. Das heisst, der Regierungsrat und das Kantonsparlament wurden neu gewählt. Grosse Gewinnerin ist Die Mitte, die nicht nur stärkste Kraft im Parlament bleibt, sondern ihre Vormachtstellung ausbaut.
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Quelle: PilatusToday / David Migliazza

55 Sitze waren im Obwaldner Kantonsparlament zu vergeben. Über 180 Kandidierende wollten einen der begehrten Plätze ergattern. Am Ende des Tages lässt sich sagen: Die Mitte und die FDP haben ihre Sache gut gemacht – die CSP weniger.

Die Mitte baut Vormachtstellung aus

Die Mitte ist die grosse Gewinnerin des Wahlsonntags. Sie holte mit Cornelia Kaufmann einen zweiten Regierungsratssitz und konnte ihre Dominanz im Kantonsparlament wieder ausbauen. Ganze drei Sitze holte Die Mitte dieses Jahr dazu (19) – oder eher zurück. Denn bei den letzten Wahlen 2018 verlor die damalige CVP noch drei Sitze.

Neben der Mitte-Partei konnten im Parlament auch die FDP und die GLP Sitze dazugewinnen. Bei der FDP sind gleich drei zusätzliche Personen neu im Kantonsparlament vertreten. Dennoch ist FDP-Parteipräsident Roland Kurz nur bedingt zufrieden: «Die Gefühlslage ist ganz klar gespalten.» Denn ihren Regierungsratssitz verlor die Partei an Die Mitte.

Die erstmals angetretene GLP ergatterte auf Anhieb zwei Sitze – einen in Alpnach und einen in Sarnen. Dies reicht zwar nicht für die Fraktionsstärke, ist aber dennoch ein schöner Erfolg. «Wir haben mit einem Sitz gerechnet. Wenn wir jetzt zwei machen, ist das natürlich grandios», sagt der gewählte GLP-Politiker Patrick Matter.

Die GLP wird sich wohl der Mitte-Fraktion anschliessen und damit den Wahlsieg der Mitte noch stärker abrunden.

Die Verliererinnen des Tages 

Wo es Gewinner gibt, gibt es meist auch Verlierer. SP, SVP und CSP haben am Wahlsonntag Sitze verloren. Besonders dramatisch ist dieser Verlust bei der CSP. Sie hätten damit gerechnet, dass sie lediglich einen oder zwei Sitze abgeben müssten, sagt der CSP-Kantonspräsident Hanspeter Scheuber. Es wurden aber «bedeutend mehr als erwartet».

CSP-Präsident Hanspeter Scheuber erlebte bei den Wahlen eine Enttäuschung.

© Luzerner Zeitung

Die CSP verlor vier ihrer acht Sitze und verpasst die Fraktionsstärke um einen Sitz. Dies wird die Partei in der nächsten Zeit beschäftigen. «Wir haben nächste Woche Sitzung und werden uns mit diesem Thema auseinandersetzen.» Auch Gespräche mit der GLP schliesst Scheuber nicht aus.

Kein Machtwechsel und Sitzverluste 

Die zweite grosse Verliererin des Wahlsonntags ist die SVP. Ihr Höhenflug wurde abrupt gestoppt. Die Partei gewann sowohl 2014 als auch 2018 je zwei Sitze dazu, dieses Jahr sind nun aber wieder zwei verloren gegangen. Neu kommt die SVP auf 13 Sitze. Damit bliebt sie zwar zweitstärkste Kraft hinter Die Mitte. Im Vorfeld der Wahlen wurde allerdings noch spekuliert, dass die SVP Die Mitte als stärkste Kraft im Kantonsparlament ablösen könnte. Davon ist die Partei nun aber weit entfernt.

Auch die politische Linke musste eine kleine Niederlage einstecken. Die SP verlor die beiden Sitze, die sie vor vier Jahren eroberte. Sie kommt damit wiederum auf sechs Sitze.

Die grössten Verliererinnen: die Frauen

SP, SVP und CSP haben Sitze verloren, allerdings nicht so viele wie die Frauen. Vor den Wahlen lag der Frauenanteil im Obwaldner Kantonsparlament noch bei 25 Prozent (Schweizer Schnitt: 32 Prozent). Neu beträgt der Frauenanteil im Kantonsparlament gerade noch 18 Prozent. Nur der Kanton Schwyz hat einen noch tieferen Anteil im Parlament.

(kra)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. März 2022 07:04
aktualisiert: 14. März 2022 08:15
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