Gastronomie

Grossteil der Obwaldner Gastrobetriebe erhält wohl keine Härtefallentschädigungen

29. Dezember 2020, 10:59 Uhr
Eine Mehrheit der Obwaldner Gastrobetriebe fällt bei den Härtefallausnahmen wohl durch die Maschen. (Symbolbild)
© Keystone
Der Lockdown im Frühling, die Schliessung der Betriebe über die Festtage und Sitzplatzbeschränkungen: Die Corona-Massnahmen haben den Obwaldner Gastrobetrieben hart zugesetzt, wie eine Umfrage zeigt. Doch ein Grossteil der Hotels und Restaurants dürfte trotz massiven Schäden bei den Härtefallmassnahmen durch die Maschen fallen.

«Die Resultate sind erschreckend», sagt der Obwaldner Gastropräsident Bruno Della Torre im Hinblick auf die Umfrage, welche der Gastroverband vor Weihnachten bei seinen Mitgliedern durchgeführt hat. So beläuft sich der Schaden pro Betrieb im Kanton auf durchschnittlich 193'000 Franken. Hochgerechnet auf die 108 Betriebe sind das fast 21 Millionen Franken. «Ohne schnelle Hilfe werden zahlreiche Betriebe nicht überleben», so Della Torre weiter.

Auch der Umsatz ist dementsprechend zurückgegangen: Auf rund 34 Prozent beläuft sich der Rückgang laut Gastroverband. Und hier wirds etwas kompliziert: Nur wer einen Umsatzrückgang von 40 Prozent und mehr hat, ist per Definition ein Härtefall. Zwei Drittel der Obwaldner Gastrobetriebe würde demnach durch die Maschen fallen. «Aber auch diese Betriebe haben Schäden im sechsstelligen Bereich und es kann nicht sein, dass Wirte-Familien unverschuldet diese Schäden selbst tragen müssen.» Kommt hinzu, dass für die Schutzkonzepte im Schnitt pro Betrieb Unkosten von rund 20'000 Franken entstanden seien.

600 weitere Stellen gefährdet

Auch hat die Umfrage gezeigt, welche Massnahmen den Gastrobetrieben am meisten zugesetzt haben. Wenig erstaunlich war dies der Lockdown im Frühling. Am zweitschlimmsten waren demnach die Sitzplatzbeschränkungen von zehn und später vier Personen pro Tisch.

Natürlich hatte die schwierige Situation auch personelle Folgen: Im Schnitt wurden bereits drei Stellen pro Betrieb abgebaut. Weitere 6 Stellen pro Betrieb, oder hochgerechnet 600 Stellen im Kanton, seien gefährdet, wenn sie die Krise bis im Sommer 2021 hinziehe, heisst es in der Mitteilung des Gastroverbands weiter. «Das sind massive Verluste für unsere Branche. Es stehen 600 menschliche Schicksale hinter diesen Zahlen», sagt Bruno Della Torre.

Gastro Obwalden formuliert aufgrund dieser Situation Forderungen an den Regierungsrat. So erwartet der Verband eine vollständige Entschädigung für die Umsatzausfälle im Jahr 2020, sei dies von Bund oder Kanton. Auch seien die Beiträge als A-fonds-perdu-Beiträge zu bezahlen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. Dezember 2020 11:00
aktualisiert: 29. Dezember 2020 10:59