«Wir mussten halt heuen»

Hatten die Ob- und Nidwaldner keine Lust, Kinder zu zeugen?

· Online seit 06.04.2022, 06:57 Uhr
In der Schweiz sind im vergangenen Jahr so viele Babys auf die Welt gekommen wie seit 50 Jahren nicht mehr. Nur in Ob- und Nidwalden war die Geburtenzahl nicht rekordverdächtig. Wieso? Wir haben bei den Einheimischen nachgefragt.

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

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Es sind zwei ländliche Kantone, die weniger Babys zur Welt gebracht haben. Daraus lässt sich schliessen, dass wohl viele von ihnen in der Landwirtschaft arbeiten. «Wir mussten halt heuen», sagt etwa eine junge Frau aus Buochs und bestätigt damit diese Annahme. Da habe man weniger Zeit, um Kinder zu machen.

Auch in Alpnach klingt es ähnlich: «Hier auf dem Land konnte man in der Corona-Zeit eher noch nach draussen gehen und sich austoben. Hier war man nicht die ganze Zeit zusammen zu Hause.»

«Lust war bei uns vielleicht geringer»

Auf die Frage, wieso die Ob- und Nidwaldner nicht für einen Baby-Boom gesorgt haben, zuckt Yanik aus Hergiswil mit den Schultern und sagt: «Die Lust auf Kinder war bei uns vielleicht einfach geringer.» Und ein junges Paar in Stans sagt, dass sie mit 18 Jahren halt noch gar nicht an Kinder denken. «Zuerst die Lehre fertig machen und dann mal schauen.»

Fast 90'000 Geburten in der Schweiz

Trotz der Zurückhaltung von den Ob- und Nidwaldnern: Vergangenes Jahr sind in der Schweiz so viele Kinder zur Welt gekommen wie seit 1972 nicht mehr. Laut der neusten Statistik wurden 89'400 Lebendgeburten verzeichnet (plus 4,1 Prozent gegenüber 2020).

Die meisten Kinder wurden laut dem Bund im Zeitraum von April bis Juli 2020 und von November 2020 bis März 2021 gezeugt. Eventuell habe die Pandemie einen indirekten Einfluss auf die Geburtenzahl gehabt, hiess es dazu auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

(red.)

veröffentlicht: 6. April 2022 06:57
aktualisiert: 6. April 2022 06:57
Quelle: PilatusToday

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