Kantönligeist

Knatsch um Restaurant-Terrassen in Skigebieten

17. Februar 2021, 12:28 Uhr
In den Bündner, Urner, Obwaldner und Nidwaldner Skigebieten darf draussen konsumiert werden. (Symbolbild)
© Keystone
In mehreren Kantonen, darunter Obwalden, Nidwalden, Uri oder Schwyz, geht es auf den Terrassen der Skigebiete gemütlich zu und her. Im Vergleich zu anderen Kantonen kann dort das Mittagessen am Tisch genossen werden. Nun will der Bund die Kantone zurückpfeifen.

Kantönligeist sei Dank: Es herrscht ein regelrechtes Bergrestaurant-Chaos. Mehrere Bergkantone, darunter auch Obwalden, Nidwalden, Uri oder Graubünden erlauben den Restaurants in den Skigebieten immer noch, ihre Terrassen zu öffnen. Dort dürfen die Wintersportler das zuvor im Restaurant geholte Essen gemütlich am Tisch geniessen - natürlich mit strengen Vorschriften, wie etwa maximal vier Personen pro Tisch. Wie Patrick Mathys, Stellvertretender Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten BAG, gestern an der Medienkonferenz sagte, sei dies aber gar nicht erlaubt:

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Quelle: CH Media Video Unit

Wer im Aussenbereich Sitzgelegenheiten anbietet, verstosse gegen das Bundesrecht. «Es gebe keinen Handlungsspielraum», sagte Mathys vor den Medien.

Bund sprach Kantone mehrmals darauf an

Das Bundesamt für Gesundheit habe die Kantone auch schon mehrmals darauf hingewiesen. Ein Take-Away mit Sitzplatz sei schliesslich kein Take-Away mehr, sondern ein Restaurant im herkömmlichen Sinn. Bewirkt haben die Meldungen aber scheinbar nichts und jeder Kanton macht nach wie vor was er will. Kantone wie Obwalden verteidigen ihr Vorgehen: Skigebiete seien Sache der Kantone und deshalb könne der Kanton auch selbst entscheiden, was erlaubt ist und was nicht.

Kantone verteidigen sich, Skigebiete erfreut

Die Gastronomen oder Verantwortlichen der Skigebiete sind erfreut über diese Möglichkeit, Terrassen offen zu halten. So sagte etwa Daniel Dommann, Geschäftsführer der Sportbahnen Melchsee-Frutt gegenüber SRF: «Als wir nur ein Takeaway ohne Sitzplätze hatten, hielten sich die Leute einfach wild durcheinander auf und wir hatten keine Kontrolle über Abstände und Gruppengrössen. Für uns ist dies eine Erleichterung.»

Inzwischen hat die BAG-Direktorin Anne Lévy den Kantonsregierungen nochmals einen Brief geschickt, wie mehrere Medien berichten. Darin werde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Bereitstellen von Sitzgelegenheiten unzulässig sei.

Bundesrat könnte Konflikt lösen

Wie es weitergeht ist derzeit noch unklar. Vielleicht entscheidet der Bundesrat darüber. Aber ob dieser überhaupt Sitzgelegenheiten in Skigebieten generell verbieten kann, ist ebenfalls nicht ganz klar. Er könnte den Konflikt aber vermutlich lösen, wenn er entscheidet, dass Restaurant-Terrassen überall wieder geöffnet werden dürfen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 17. Februar 2021 12:27
aktualisiert: 17. Februar 2021 12:28