Berufsbildungstag 2022

Mit diesen Tipps und Tricks findest du eine Lehrstelle

Melissa Steuri, 9. Mai 2022, 15:35 Uhr
Knapp 100'000 Jugendliche befinden sich aktuell mitten im Bewerbungsprozess für eine Lehrstelle. Viele davon haben wohl für den kommenden Sommer bereits eine Lösung gefunden. Du suchst noch? Hier sind die wichtigsten Tipps und Tricks für die Berufswahl und Lehrstellensuche.
Berufsberaterinnen sprechen über die Berufswahl.
© zvg./KEYSTONE/Ennio Leanza

Lehrstellensuche in letzter Minute

Für den Sommer jetzt noch eine Lehrstelle zu finden, scheint unmöglich? Das ist es aber nicht. Das Wichtigste ist nun, Ruhe zu bewahren und zu eruieren, woran es liegt, dass noch kein Lehrvertrag abgeschlossen werden konnte. Dafür gibt es viele Gründe, sagt Andrea Egli, Leiterin Berufs- und Weiterbildungsberatung Kanton Obwalden: «Man muss sich überlegen, ob der gesuchte Beruf wirklich der richtige ist für die jugendliche Person. Dann stellt sich mir auch die Frage, wurde man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen? War man dort zu schüchtern oder stellte man die falschen Fragen?» Das alles könne man in erster Linie anschauen, so Egli.

Andrea Egli, Leiterin Berufsberatung Kanton Obwalden
© zvg.

In diesem Moment ist es wichtig, sich Hilfe zu holen. Beispielsweise bei der Berufsberatung. Denn trotz Zeitdruck stehen die Chancen gut, für den Sommer noch eine Lehrstelle zu finden. «Es gibt Berufe, da gibt es überhaupt wenig Lehrbetriebe. Da sind die Chancen gleich null. Aber wir haben in der ganzen Zentralschweiz in diversen Berufen noch viele offene Lehrstellen», so Andrea Egli. Mit diesen Lehrbetrieben können Jugendliche an der Lehrstellenbörse einfach in Kontakt kommen.

Was laut Andrea Egli von der Berufsberatung Kanton Obwalden durchaus auch eine Möglichkeit ist, sind Zwischenjahre. Die werden unter anderem vom jeweiligen Kanton angeboten. Im Kanton Luzern läuft die Anmeldefrist noch bis am 11. Mai.

Berufswahl fängt früh an

Sich mit dem künftigen Beruf beschäftigen: Das fängt für die Jugendlichen bereits früh an. In der 7. Klasse beginnt der Berufswahlprozess im Normalfall. Der Unterricht hat zum Ziel, die Schülerinnen und Schüler an die wesentlichen Themen der Berufswahl heranzuführen.

Die Stationen von der Sek zur richtigen Lehrstelle

© Kanton Luzern

Das heisst aber nicht, dass man in der 7. Klasse bereits schon wissen muss, welchen Beruf man in Zukunft ausüben will. «Der erste Schritt ist ein Blick nach innen. Jugendliche sollen darüber nachdenken, wer sie sind und was sie gut können. Erst in einem zweiten Schritt sollen sie den Blick nach aussen wenden und sich darüber informieren, was es überhaupt alles für Berufsangebote gibt», erklärt Sandra Portmann, Leiterin Berufs- und Studienberatung des Kantons Nidwalden.

Eltern spielen eine wichtige Rolle

Bei der Berufswahl können die Eltern eine essenzielle Stütze sein. Sie kennen ihre Kinder am besten und wissen, welche Fähigkeiten und Interessen sie haben. Daher empfiehlt die Berufsberaterin Sandra Portmann: «Es lohnt sich auch als Eltern, sich bei der Berufsberatung über die aktuellen Berufe zu informieren.» Unterstützung finden Eltern von lehrstellensuchenden Jugendlichen auch beim Kanton.

Sandra Portmann, Leiterin Berufs- und Laufbahnberatung Kanton Nidwalden
© zvg.

Einer der wichtigsten Tipps, den Sandra Portmann geben kann, ist: Kein Druck! «Beim Berufswahlprozess geht es nicht darum, den Beruf zu finden, den man ein Leben lang machen will. Sondern um eine Anschlusslösung für nach der obligatorischen Schulzeit.»

Hier findest du noch offene Lehrstellen für die Jahre 2022/2023.

Ziel: Swiss-Skills

Wer durch diese Tipps eine Lehre gefunden hat, kann sich noch ein höheres Ziel setzen. Und zwar die oder der Beste im Beruf zu sein. So ist es Vera Stocker aus Gunzwil ergangen. Die 20-jährige Bäcker-Konditorin hat an den Schweizer Berufsmeisterschaften, den Swiss-Skills 2020, die Gold-Medaille gewonnen. Das hat ihren Alltag bereichert: «Ich konnte mich dadurch nicht nur fachlich weiterentwickeln, sondern auch im Privaten. Ich habe beispielsweise gelernt, wie man mit Stress umgehen kann», so Vera Stocker.

Vera Stocker, Gold-Medaillengewinnern Swiss-Skills
© zvg.

Für sie geht das Abenteuer Berufsmeisterschaften denn auch weiter. Im Oktober kann die 20-Jährige nach Shanghai reisen. Dort wird sie sich an den World-Skills mit den Besten der Welt messen. Für Vera Stocker ist klar: Sie würde die Reise wieder machen. Und empfiehlt jedem Lernenden, es ihr gleich zu tun. Die nächsten Swiss-Skills sind vom 7. bis zum 11. September 2022.

Berufsbildungstag 2022 – Radio-Beiträge:

So findest du die richtige Lehrstelle:

So findest du auf die letzte Minute noch eine Lehrstelle

Gold-Medaillengewinnerin Vera Stocker erzählt von den Swiss-Skills:

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 4. Mai 2022 07:00
aktualisiert: 9. Mai 2022 15:35
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