Anzeige
3,33 Millionen Franken

Obwaldner Kantonsparlament gibt Geld für geplagten Wald

3. Dezember 2021, 14:28 Uhr
Im Kanton Obwalden steht mehr Geld für die Behebung von Waldschäden zur Verfügung. Das Kantonsparlament hat in seiner Sitzung vom Freitag einen Zusatzkredit von 3,33 Millionen Franken bewilligt.
Für die Behebung von Waldschäden im Kanton Obwalden steht mehr Geld zur Verfügung. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Das Parlament genehmigte den Antrag der Regierung einstimmig. Damit stehen im Rahmen der Programmvereinbarung Wald für vier Jahre insgesamt 10 Millionen Franken zur Verfügung, da sich der Bund an den Kosten beteiligt.

2019 waren in Obwalden 1,17 Millionen Franken zum Waldschutz bewilligt worden. Lawinen, Stürme, Trockenheit und der Borkenkäfer führen aber dazu, dass die Schadholzmenge bis 2024 mit rund 100'000 Kubikmetern etwa viermal höher ausfällt, als damals angenommen.

Mit der Erhöhung des Kantonsbeitrags könne Obwalden die zusätzlichen Mittel abholen, die der Bund in Aussicht stellte, sagte Kommissionspräsident Andreas Gasser (FDP). Die Gemeinden müssen 15 Prozent der Kosten tragen.

Die Vorlage war im Parlament unbestritten. Der Wald bewahre vor vielen Gefahren, sagte etwa Joe Vogler (CSP). Er rechnete vor, was die Behebung der Waldschäden kostet und setzte dies ins Verhältnis der Erträge für Schadholz, die deutlich tiefer sind.

Hirsche und Käfer

Baudirektor Josef Hess (parteilos) sagte, man habe die Gemeinden in der Vergangenheit bremsen müssen bei Naturgefahrenabwehr-Projekten, weil zu wenig Geld bereit gestanden habe. Das habe sich verändert, auch dank des «Naturgefahren-Rappen». So ziehen die Versicherer 7,5 Rappen pro 1000 Franken Versicherungswert bei Grundeigentümern ein. Damit kämen 1,4 Millionen Franken zusammen, die der Kanton in der Naturgefahrenabwehr und der Schutzwaldpflege einsetze.

Er vermisse in der Programmvereinbarung die Schadensursachenbekämpfung wie etwa Fallen gegen Borkenkäfer, sagte Ambros Albert (SP). Er wies zudem darauf hin, dass auch eine Regulierung des Hirschbestandes Schäden verhüten würde.

Baudirektor Hess erwiderte, man habe aufgrund der festgestellten Frassschäden die Abschusszahlen bei den Hirschen erhöht. Zu den geforderten Fallen sagte er, man dürfe sich keiner Illusion hingeben, dass damit ein substantieller Teil der Borkenkäfer abgeschöpft werden könne. Aber sie seien ein guter Indikator für das Vorkommen der Käfer in gewissen Gebieten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 3. Dezember 2021 14:28
aktualisiert: 3. Dezember 2021 14:28