Abstimmung Obwalden

Psychiatrie-Gebäude Sarnen: Sanierung oder Neubau?

15. September 2022, 10:45 Uhr
Das Psychiatriegebäude in Sarnen ist alt und abgenützt. Deshalb soll es erneuert werden. Seit Jahren wird zusammen mit den Verantwortlichen der Luzerner Psychiatrie die Sanierung geplant. Kurz vor dem Endspurt kam es jedoch zum Referendum. Die SVP möchte ein neues Gebäude und keine Sanierung.
So soll sich die Psychiatrie Sarnen ab 2025 präsentieren – für das Bauprojekt sprach der Obwaldner Kantonsrat 20,5 Millionen Franken.
© Kanton Obwalden
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Es ist alt, abgenützt und denkmalgeschützt – das Psychiatriegebäude in Sarnen. 1972 wurde es zum letzten Mal umfassend renoviert, weshalb der Psychiatriebetrieb zunehmend schwieriger wird. Geführt wird die Psychiatrie seit 2017 von der Luzerner Psychiatrie lups. Der Kanton Obwalden verpflichtete sich gegenüber der lups vertraglich, das Gebäude zeitnah zu sanieren.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen: Die Pläne wurden jahrelang ausgearbeitet und die Sanierung sowie die Erweiterung der Psychiatrie sind reif für die Umsetzung – das soll bis Mitte 2025 passieren. Das Stimmvolk muss nur noch den Objektkredit von über 20,5 Millionen Franken genehmigen. Doch kurz vor dem Zielspurt kommt es zum Referendum, die SVP ist als einzige Partei gegen eine Sanierung.

Neubau statt Sanierung

«Vor einem Jahr, als das Geschäft ins Parlament kam, kostete es noch 15 Millionen Franken. Jetzt sind die Gesamtkosten des Projekts bereits bei 22 Millionen Franken», so Gregor Rohrer von der SVP Obwalden. Diese Preiserhöhung sei nicht zu akzeptieren. Die SVP pocht auf einen Neubau. Das alte Gebäude solle aus dem Denkmalschutz genommen werden. Dadurch könne es abgerissen und neu gebaut werden.

Ganz anderer Meinung ist die Mitte Obwalden. Es sei nicht realistisch, dass ein Neubau günstiger werde, sagt Fraktionspräsident Marcel Jöri. «Man müsste berücksichtigen, dass vier Millionen Franken bereits für die Planung und das Provisorium investiert wurden. Auch müsste man den Abriss des Gebäudes noch dazu rechnen.»

«Im Provisorium bleiben, wäre eine Zumutung»

Zudem macht sich die Mitte Obwalden Sorgen um die Zukunft sollte die Sanierung des Psychiatriegebäudes abgelehnt werden. «Vor 2030 würde in Sarnen nichts Neues stehen. Im Provisorium zu bleiben wäre eine Zumutung», so Jöri weiter. Sorgen um den Standort macht sich die SVP nicht, im Gegenteil. Ein Neubau hätte nur Vorteile: «Das Hauptargument ist, dass ein Neubau erweitert werden kann und schweizweit sind die psychiatrischen Plätze Mangelware», erkärt Gregor Rohrer von der SVP Obwalden.

Am 25. September stimmt die Obwaldner Bevölkerung über den Objektkredit von 20,5 Millionen Franken ab. Gibt es ein Ja, dann ist das Psychiatriegebäude in Sarnen bis 2025 fertig saniert. Bei einem Nein würde sich das Projekt um sechs Jahre verzögern.

(mbi)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. September 2022 17:53
aktualisiert: 15. September 2022 10:45