«Vertrauen verloren»

Strongmanrun wird nicht mehr in Engelberg stattfinden

Marcel Jambé, 14. Oktober 2022, 06:08 Uhr
Vor fünf Monaten kam die Absage des Strongmanruns, der im Sommer in Engelberg hätte stattfinden sollen. Seitdem warten die Teilnehmer auf die Rückerstattung des Startgelds, bislang ohne Erfolg. Nun teilt Engelberg Tourismus mit, dass der Event in Zukunft nicht mehr im Dorf stattfinden wird.

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Anzeige

«Und wieder mehr als ein Monat verstrichen ohne Geld», «Ich will jetzt mein Geld zurück» und «Irgendwas ist da faul»: Auf der offiziellen Facebook-Seite des Strongmanrun Switzerland sind die Leute verärgert.

Anfangs Mai wurde bekannt gegeben, dass der Strongman im Juni nicht stattfinden kann. Über fünf Monate später warten die 2700 Personen, die sich dafür angemeldet haben, noch immer auf die Rückerstattung des Startgelds. Frustrierend: Gewisse Teilnehmer meldeten sich bereits 2020 dafür an, mussten sich allerdings aufgrund der Pandemie zwei Jahre gedulden.

Strongmanrun nicht mehr in Engelberg

Engelberg Tourismus sagte damals gegenüber PilatusToday und Tele 1, dass man im unregelmässigen Austausch mit dem Veranstalter sei. «Wir warten ebenfalls schon lange auf Neuigkeiten, ob sie eine Ersatzveranstaltung anbieten können oder was sie mit den Anmeldungen machen wollen», sagt Andres Lietha, Direktor Engelberg Tourismus. Erfahren von der Absage der diesjährigen Ausgabe habe man durch Dritte.

Nun teilt Engelberg Tourismus mit, dass in Zukunft der Strongmanrun nicht mehr in Engelberg stattfinden wird. Aufgrund der überraschenden Absage des diesjährigen Strongmanruns wolle man nicht mehr mit dem Veranstalter zusammenarbeiten. «Es sind zu viele Fehler passiert, dass wir nun das Vertrauen in den Veranstalter verloren haben», so Lietha.

Nun wolle man die Gelegenheit nutzen, andere Veranstaltungen durchzuführen. Momentan prüfe man, ob ein Bike- und Wander-Event durchgeführt werden könnte.

Vorerst keine Rückerstattung?

Doch was passiert nun mit den Teilnahmegebühren der 2700 Angemeldeten? Auf Nachfrage beim Organisator des Strongmanruns in der Schweiz zeigt dieser Verständnis dafür, dass die Angemeldeten eine Rückmeldung erwarten. «Es dauert leider länger als erhofft, dass wir die Details für eine Neuauflage des Strongmanruns bekannt geben können», sagt Manuel Wirz, Geschäftsführer bei Invents.

Man habe versucht, im November ein Ersatzdatum für den Event zu finden, allerdings wurde dieser nicht bewilligt. Nun arbeite man an einer Nachfolgeveranstaltung für den Frühling 2023. «Die Zusagen der Standortgemeinden liegen bereits vor und wir befinden uns in Detailverhandlungen.» Dabei würden die bereits angemeldeten Startplätze ihre Gültigkeit behalten. Ob man auch das Geld zurückerstatten kann, würde individuell geprüft. «Die Startplätze können auch auf jemanden übertragen, sprich weiterverkauft werden», so Wirz. Es scheint also so, dass die Teilnehmenden nicht auf eine schnelle Rückerstattung hoffen können.

Skitickets als Entschädigung

Als Gastgeber will Engelberg Tourismus keinen schlechten Eindruck hinterlassen, so Andres Lietha. «Für uns ist die Situation sehr unerfreulich. Deswegen haben wir dem Organisator mitgeteilt, dass wir mit einem Kulanzangebot helfen wollen.» Bei diesem Kulanzangebot handelt es sich laut Lietha um Skitickets, die man denjenigen geben will, die nicht mehr an einen neuen Strongmanrun teilnehmen wollen.

Wir berichteten 2019 über den Strongmanrun in Engelberg

Quelle: PilatusToday/Andreas Wolf

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Oktober 2022 06:08
aktualisiert: 14. Oktober 2022 06:08