Sachsler Unternehmen

«Über den Tisch gezogen»: Kunde enttäuscht über sein Obwaldner Knuspermüesli

02.03.2024, 08:17 Uhr
· Online seit 02.03.2024, 07:56 Uhr
Enttäuscht über sein Beeren-Müesli wendete sich ein Familia-Kunde an das Konsumenten-Magazin «Espresso». Seine Kritik: Die Verpackung sei irreführend und entspreche nicht dem, was schlussendlich in der Müesli-Schüssel liege. Für den Konsumentenschutz ist dies eine altbekannte Thematik.
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Rote, saftige Beeren schmücken die Verpackung des Müslis vom Sachsler Hersteller Familia. Auch der Name «Beeren Crunch», gross und mittig auf der Verpackung platziert, verspricht ein fruchtiges Geschmackserlebnis. All das überzeugte einen Espresso-Hörer und bewog ihn zum Kauf des Produkts. Enttäuscht wandte er sich dann jedoch an das Konsumenten-Magazin «Espresso».

«Nur gerade 1.7 Prozent Beeren sind im Müsli drin», regt sich der Familia-Kunde auf. Er fühle sich von der Aufmachung des Produktes «über den Tisch gezogen».

Tiefer Beeren-Anteil bei allen Produkten

Hört sich tatsächlich nach einem sehr geringen Anteil an Beeren an. Doch ist das Produkt des Obwaldner Unternehmens ein Einzelfall? Das Konsumenten-Magazin hat weitere Müsli unter die Luppe genommen.

Untersuchungen zeigen, dass Beeren-Müsli von Coop, Migros, Morga oder Zwicky alle mindestens 3 Prozent Beeren-Anteil haben. Ein fast doppelt so hoher Anteil an Früchten, wie im Produkt von Familia – der Beeren-Anteil scheint dennoch bei allen Produkten sehr gering. Am meisten Beeren enthält das «Berry Müesli» von «My Müesli» mit 6 Prozent. Preislich sind keine grossen Unterschiede unter den Produkten zu erkennen.

Auf Anfrage von «Espresso» betont das Sachsler Unternehmen Familia, dass man solche Produkte nicht eins zu eins vergleichen könne. «Bei der Entwicklung des Knuspermüeslis mit mehreren Komponenten geht es darum, ein geschmacklich ausgewogenes Produkt zu kreieren. Bislang liegen uns keine Feedbacks von Konsumentinnen oder Konsumenten vor, dass der Beeren-Geschmack nicht ausreichend sei.» Zudem ermögliche das Sichtfenster der Verpackung einen Einblick und man sehe, dass nicht ganze Erd- oder Himbeerstücke abgefüllt sind.

Keine neue Thematik für den Konsumentenschutz

Kein Grund also, mit dem Finger auf ein einzelnes Produkt zu zeigen. Fälle, bei denen sich Konsumentinnen und Konsumenten aufgrund von vielversprechenden Produktverpackungen hintergangen fühlen, verzeichnet der Konsumentenschutz immer wieder. Auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1 erklärt die Stiftung, dass diese Thematik auch oft bei Süssgetränken mit Fruchtaroma oder Frucht-Joghurt aufkomme. Solche Fälle meldet die Stiftung der zuständigen Kontrollbehörde, mit dem Ziel, den eigentlichen Inhalt der Produkte für Konsumentinnen und Konsumenten transparenter zu machen.

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veröffentlicht: 2. März 2024 07:56
aktualisiert: 2. März 2024 08:17
Quelle: PilatusToday

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redaktion@pilatustoday.ch