250 Schaulustige

Zwei junge Bartgeier auf der Melchsee-Frutt ausgewildert

14. Juni 2020, 22:29 Uhr
Der junge Bartgeier kurz vor der Auswilderung. Pate des Vogels ist der Kanton Luzern.
© Tele 1
90 Tage alt und schon 6 Kilo schwer: Am Sonntag wurden zwei junge Greifvögel auf der Melchsee-Frutt ausgewildert. Trotz des widrigen Wetters wohnten dem Anlass nach Angaben der Stiftung Pro Bartgeier rund 250 Personen bei.

Im Obwaldner Huetstock war 2015 zum ersten Mal ein junger Bartgeier ausgesetzt worde, die Aussetzung vom Sonntag war die fünfte.

Der Bartgeier ist eigentlich heimisch in den Alpen. Er wurde hierzulande jedoch vor rund 100 Jahren ausgerottet, weil man den Tieren nachsagte, Lämmer oder gar Kinder zu stehlen. Heute weiss man aber um die Vorteile des Tieres. Weil Bartgeier Aas fressen, können sich Krankheiten weniger schnell verbreiten.

Bartgeier soll auch in der Zentralschweiz wieder heimisch werden

Seit 1991 werden die Bartgeier in der Schweiz wieder angesiedelt. Bislang sind es aber erst rund 100 Tiere. Wie die Stiftung Pro Bartgeiger mitteilt, leben in den Kantonen Graubünden und Wallis 21 Brutpaare. Mit der Auswilderung in der Zentralschweiz wolle sie erreichen, dass der Bartgeier auch in dieser Region wieder heimisch werde.

Ziel der Auswilderung in Obwalden ist es auch, die noch kleine genetische Vielfalt der Population zu erhöhen. Mit Luzerna und Fortunat komme wertvolles Erbgut in den Wildtierbestand, so die Stiftung Pro Bartgeier. Beide hätten Vorfahren in den Pyrenäen, deren genetische Linie in den Alpen noch wenig vertreten sei.

Tele 1 war bei der Auswilderung der beiden Jungtiere mit dabei:

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Quelle: tele1

Kein ungefährliches Leben

Die Vögel sind etwas mehr als 90 Tage alt und werden in zwei bis drei Wochen zum ersten Mal fliegen. Welches Geschlecht sie haben, ist noch nicht bekannt. Nun müssen sie sich erst an das Leben in der freien Wildbahn gewöhnen. Dieses ist nicht ungefährlich: 2017 starb ein junger Bartgeier im Huetstock kurz nach seinem Erstflug, als er von einer Windböe erfasst wurde und in die Tiefe stürzte.

Bis Luzerna und Fortunat Nachkommen haben, dürfte es noch fünf bis sieben Jahre dauern. Erst in diesem Alter beginnen sich junge Bartgeier zu verpaaren, meist in der Region, in der sie flügge geworden sind. In den ersten Lebensjahren fliegen sie sehr weiträumig umher. Auch später umfasst das Streifgebiet des Vogels, der eine Flügelspannbreite von bis zu drei Metern hat, mehrere Hundert Quadratkilometer.

Quelle: PilatusToday / sda
veröffentlicht: 14. Juni 2020 20:44
aktualisiert: 14. Juni 2020 22:29