Fehler im Labor

Zwei Obwaldner Schulen müssen über Ostern in Quarantäne

David Migliazza, 1. April 2021, 18:09 Uhr
Ohne negativen Corona-Test müssen die Schülerinnen und Schüler der beiden Sarner Schulen bis Ostermontag in Quarantäne bleiben. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Dass man sich an Ostern wieder mit bis zu zehn Personen treffen kann, dürfte für viele Schüler*innen der Sarner Schulen Stalden und Wilen kaum ein Trost sein. Sie müssen bis Ostermontag in Quarantäne. Warum? Weil es im Testlabor zu Verzögerungen kam.

An den beiden Schulen ist es zu mehreren Corona-Fällen gekommen, bestätigt Kantonsarzt Mario Büttler gegenüber PilatusToday und Tele 1. Daraufhin habe man am 25. März an den Schulen eine sogenannte Ausbruchsuntersuchung mittels Corona-Spucktests durchgeführt – für die Schülerinnen und Schüler waren die Tests freiwillig. Ein Drittel der rund 100 Schülerinnen und Schüler der Schule Stalden nahm nicht an dem Test teil.

Verzögerung im Labor

Wie für solche Massentests üblich, wurden die Proben im Labor gepoolt. Von den 70 getesteten Schülern waren 50 negativ und in vier Pools mit jeweils fünf Kindern wurde ein positives Ergebnis nachgewiesen. Bei der Trennung der positiven Pools, um die Proben der Kinder einzeln zu testen, kam es zu Verzögerungen, so Kantonsarzt Büttler. Die individuelle Testung war danach nicht mehr möglich.

«Nun stand man vor der Situation, dass an der Schule Stalden 50 Kinder negativ und 50 potenziell positiv (Anmerkung der Redaktion: 20 aus den Pools und 30 die sich nicht testen lassen wollten) waren», erklärt Büttler. Nach Absprache mit den Schulen entschied man, die gesamte Schülerschaft bis Ostermontag in Quarantäne zu schicken.

Die Eltern der Kinder in positiven Pools sind ebenfalls von der Quarantäne betroffen. Eine verkürzte Quarantäne gibt es für jene Familien, die einen negativen Corona-Test vorweisen können. Sie dürfen bereits ab heute 1. April wieder an die frische Luft.

Wenig Erfahrung mit Pooltests

Die Situation sei äussert unglücklich verlaufen, gibt Büttler zu. Beim Auftrennen der positiven Pools habe die Erfahrung gefehlt und zudem handle es sich um einen schwierigen Prozess.

Mit Blick in die Zukunft, wo sich Firmen mit hunderten Mitarbeitenden wöchentlich Testen lassen sollen, zeigt sich der Kantonsarzt besorgt: «Das wirft bei mir Fragezeichen auf, wird das funktionieren?»

Der Brief vom Kanton, der den Eltern und Lehrpersonen der Schule Stalden zugestellt wurde, liegt der Redaktion vor.

Beim Kanton ist man sich des Fauxpas bewusst.

© PilatusToday

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 1. April 2021 17:37
aktualisiert: 1. April 2021 18:09