Sexueller Missbrauch

Reaktionen zu Verhaltenskodex: «Die katholische Kirche muss hinschauen»

7. April 2022, 16:41 Uhr
Es ist ein trauriges Kapitel in der katholischen Kirche: Die Fälle von sexuellen Übergriffen und Missbräuchen. Das Bistum Chur hat Mitte Woche einen Verhaltenskodex herausgegeben, der solche Fälle verhindern soll – in Luzern gibt es Verhaltensverpflichtungen schon länger.

Quelle: Tele 1

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«Ein Verhaltenskodex alleine reicht nicht, da muss sicher mehr gehen in Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der Kirche», sagt Gabriel Ettlin aus Langnau bei Reiden auf Anfrage von Tele 1. Der Passant ist mit seiner Meinung nicht allein. Auch Nick Dubach aus Luzern findet, dass die Kirche in diesem Zusammenhang einiges unternehmen muss. Den Verhaltenskodex unterstützt er jedoch: «Die Leute müssen merken, dass etwas geht.»

Ursina Parr aus Adligenswil findet den Kodex, den das Bistum Chur Mitte dieser Woche veröffentlicht hat, sinnvoll. «Es sind furchtbare Sachen passiert und die katholische Kirche muss hinschauen. Ein Kodex könnte helfen.»

«Gut, dass etwas geht»

Der 32-seitige Verhaltenskodex von Chur wurde am Dienstag den Medien präsentiert. Ziel ist es, dass alle im Umfeld der katholischen Kirche im Bistum Chur den Kodex lesen und unterschreiben. Beim Bistum Basel, zu dem auch Luzern und Zug gehören, findet man das grundsätzlich richtig. «Es ist sicher gut, dass es so etwas gibt. Es ist zusätzlich vorgesehen, dass es am Bistum Chur Schulungen zu diesem Thema gibt. Das haben wir für unsere Mitarbeitenden auch schon gemacht», sagt Hanspeter Wasmer, Bischofsvikar des Bistums Basel.

Hansruedi Huber, Kommunikationsverantwortlicher des Bistums Basel, ergänzt: «Wir mussten in den vergangenen 20 Jahren kaum neue Fälle von sexuellem Missbrauch verzeichnen.» Das zeige, dass die Prävention Früchte trage.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 7. April 2022 16:41
aktualisiert: 7. April 2022 16:41