Trotz Absage

«Region profitiert langfristig» – Winteruniversiade kostete 26 Millionen Franken

8. September 2022, 19:06 Uhr
Wegen der Corona-Pandemie musste die Winteruniversiade 2021 in der Zentralschweiz kurzfristig abgesagt werden. Jetzt steht fest: Die Organisatoren bleiben auf Kosten von fast 26 Millionen Franken sitzen. Diese trägt zum grössten Teil die öffentliche Hand.

Quelle: Tele 1

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Es war eine schwierige Medienkonferenz für OK-Präsident Guido Graf im vergangenen November. Weniger als zwei Wochen vor dem Start musste er die Absage der Winteruniversiade in Luzern und Graubünden bekannt geben. Die neuen Einreisebeschränkungen wegen der Omikron-Variante und die steigenden Fallzahlen machten es unmöglich, den grössten Multisport-Anlass für Studierende durchzuführen.

Die Winteruniversiade hätte vom 11. bis am 21. Dezember in der Zentralschweiz und in Graubünden stattfinden sollen. 1600 Studierende aus 54 Ländern hatten sich für die 30. Austragung angemeldet.

Das sagten die Verantwortlichen damals:

Quelle: PilatusToday/Tele1/Andreas Wolf

26 Millionen Franken verloren

Die Infrastruktur war gebaut, die Hotelzimmer reserviert und hunderte Artikel mit dem Logo des Anlasses bedruckt. Von den budgetierten 42 Millionen Franken wurden bereits 26 Millionen Franken ausgegeben.

Den Hauptteil der Ausgaben fällt auf den Kanton und die Stadt Luzern (je rund 10 Millionen Franken). All diese Kosten für die Winteruniversiade werden vom Bund, der Trägerschaft und weiteren öffentlichen und privaten Geldgebern getragen.

Es war alles bereit für die Winteruniversiade. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung.

Grundlage für kommende Veranstaltungen

«Auch wenn ich sehr bedaure, dass der Anlass nicht stattfinden konnte: Die Region, der Schweizer Sport und künftige Sportanlässe in unserem Land profitieren langfristig von der Planung und Vorbereitung der Winteruniversiade», ist OK-Präsident Guido Graf überzeugt.

So würden beispielsweise die installierte Flutlichtanlage und Pistenoptimierungen auf dem Stoos oder das neu angelegte Loipennetz in Realp die Trainingsbedingungen für die Vereine verbessern und künftig Wettkämpfe auf internationalem Niveau ermöglichen.

So bereitete man sich auf dem Stoos vor:

Quelle: Tele 1

Dieser Meinung ist auch Peter Föhn, der als OK-Präsident für die Skirennen auf dem Stoos verantwortlich gewesen wäre: «Durch die Arbeiten für die Winteruniversiade können wir auch künftig Rennen durchführen – und das schneller und mit weniger Schnee.» Zudem sei nun auch die Sicherheit viel besser.

Das Positive überwiegt

Trotz Absage und Millionenausgaben: Die Organisatoren halten fest, dass man mit der Organisation sowie den Arbeiten für die Spiele nicht nur das Know-how, sondern auch das Verständnis für die Organisation von Multisport-Anlässen aufgebaut habe.

Man habe aufzeigen können, dass eine Veranstaltung dieser Grössenordnung in der Schweiz dezentral und ohne die Erstellung von neuen Infrastrukturen geplant werden könne, so die Verantwortlichen der Winteruniversiade.

Quelle: PilatusToday/SDA
veröffentlicht: 8. September 2022 10:28
aktualisiert: 8. September 2022 19:06