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Obwalden

Rossbollen im «Räuberwald» sorgen für Stunk

8. März 2021, 19:09 Uhr
Weil sich Passanten über die Pferdehaufen auf den Waldwegen aufregten, hat der Förster einen Brief an die Rösseler geschickt. Damit hat er einen Stein ins Rollen gebracht.
Im Kernwald dürfen Reiter nicht alle Wege benutzen.
© PilatusToday

Ob für Familien mit Kinderwagen, für Biker, Reiter oder Hündeler: Der Kernwald in Obwalden nahe Kerns, auch bekannt als «Räuberwald», ist ein äusserst beliebtes Naherholungsgebiet. Allerdings ist die Idylle zuweilen getrübt und zwar durch Pferdeäpfel, die auf den Naturstrassen liegenbleiben. Weil es den Passanten stinkt, hat der Förster der Korporation Kerns, Ruedi Egger, einen Brief an die Rösseler aus der Region verschickt. Dies mit der Bitte, die Pferdeäpfel doch an den Wegrand zu schieben.

Noch mehr Reitverbote?

«Als Pferdehalter sollte es doch eine Selbstverständlichkeit sein, die Bollen vom eigenen Pferd aus dem Weg zu räumen», schreibt er. Ihm sei bewusst, dass der Kernwald nicht nur von hiesigen Reitern benutzt werde und man solle doch auch Auswärtige darauf aufmerksam machen. Andernfalls, so der Förster, dürfen Pferde bald nicht mehr in den Wald: «Falls es im Kernwald in nächster Zeit keine Besserung betreffend dem Entfernen der Pferdeäpfel gibt, sehen wir uns leider gezwungen, noch mehr Abschnitte des Kernwaldes mit einem Reitverbot zu versehen.»

Auf Facebook ging der Brief unter den Pferdefans viral:

-- UPDATE -- WIR SIND MIT DEM FORSTBETRIEB, KORPORATION KERNS IN VERBINDUNG UND WERDEN EUCH SOBALD ALS MÖGLICH...

Posted by IG Pferd Obwalden on Sunday, January 31, 2021

Bei der IG Pferd Obwalden ist man einsichtig und appelliert ebenfalls an die Reiterinnen und Reiter, die im Kernwald unterwegs sind: «Wir wissen, dass es ganz viele aus Selbstverständlichkeit machen und es wohl eher ein paar Wenige sind, die irgendwie einfach noch nicht checken, was ihr Fehlverhalten für Konsequenzen haben könnte», schreibt die IG, die sich im Kanton Obwalden vermittelnd einsetzt, in einem Facebook-Post.

Bis vor Kurzem hingen Kopien des Briefes auch an Bäumen im «Räuberwald». «Angebracht haben sie wohl Reiter, um andere Pferdehalter auf die Problematik aufmerksam zu machen», sagt Ruedi Egger. Er hat den Brief allerdings eigenhändig wieder entfernt: «Wo käme man da hin, wenn jeder einfach etwas aufhängt im Wald.»

Jetzt geht etwas

Förster Egger betont, wie wichtig es ihm ist, dass der Wald sauber bleibt und er appelliert nicht nur an die Reiter. Denn wegen Corona kommen auch sonst mehr Menschen in den Wald. «Es wäre schön, wenn die Leute ihren Güsel wieder mit nach Hause nehmen würden, wenn sie schon die Feuerstellen gratis benutzen dürfen.»

Im Fall der Rossbollen jedenfalls ist etwas ins Rollen gekommen: Die IG Pferd Obwalden ist auf den Förster zugegangen, gemeinsam will man nun eine Lösung für das Bollen-Problem finden. «Im Frühling werden Schilder für die Reiter angebracht, die über die Regeln im Wald aufklären», sagt Egger. Damit wäre das Problem dann hoffentlich und im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Weg geräumt.

So geht's richtig: Diese Pferdebollen wurden an den Wegrand gekehrt. 

© PilatusToday

(gea)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 8. März 2021 18:53
aktualisiert: 8. März 2021 19:09