Einsiedeln

Alkoholisierte Fasnächtler bewerfen Polizei «mit Flaschen und Böllern»

16. Februar 2021, 20:10 Uhr
Nach dem verbotenen Fasnachtsumzug gestern in Einsiedeln haben am Abend im Dorfzentrum mehrere Dutzend Personen weiter gefeiert. Alkoholisierte Fasnächtler haben Einsatzkräfte «mit Flaschen und Böllern» beworfen.
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Quelle: CH Media Video Unit / TeleZüri

Nachmittags löste sich die Versammlung der über 1'000 Fasnächtler erst auf, als die Polizei Bussen verteilte. In der Nacht brachte selbst die Polizeipräsenz nichts. Es seien zusätzliche Kräfte im Einsatz gewesen, dennoch haben sich über 50 mehrheitlich jüngere Personen nicht vom Feiern im Dorf abhalten lassen.

Wie die Kantonspolizei Schwyz mitteilt, versammelten sich die Fasnächtler nach 20 Uhr im Zentrum des Dorfes. «Ein Grossteil der Personen war stark alkoholisiert, hielt sich in keinster Weise an die geltenden Corona-Schutzmassnahmen und liess sich nicht wegweisen», schreibt Mediensprecher David Mynall. Die Einsatzkräfte seien mit Flaschen und Böllern beworfen worden. Mit Hilfe von Ordnungsdienstkräften sei die Versammlung in der Folge aufgelöst worden.

Insgesamt wurden über 40 Personen weggewiesen und zwei in Ausnüchterungshaft genommen. Eine der inhaftierten Personen verursachte einen Sachschaden.

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Quelle: tele1

Kapo Schwyz appelliert an Bevölkerung 

Am Güdelmontag musste die Polizei im ganzen Kanton Schwyz intervenieren, weil sich Personen zusammenrotteten, um wild Fasnacht zu feiern. «Die meisten Personen zeigten sich einsichtig und die Ansammlungen lösten sich nach entsprechenden Appellen durch die Polizei schnell auf», heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Kantonspolizei Schwyz ruft die Bevölkerung dazu auf, sich an die geltenden Bestimmungen zu halten und auf fasnächtliches Treiben auch am letzten Fasnachtstag zu verzichten. Die Polizei wird weiterhin präsent sein und eingreifen, wo die Vorgaben nicht eingehalten werden.

Mitte-Präsidium kritisiert Nationalrat Gmür

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Quelle: Tele 1

Gerhard Pfister, Parteipräsident der Mitte, hat seinen Parteikollegen Alois Gmür wegen dessen Teilnahme an einem verbotenen Fasnachtsumzug in Einsiedeln gerügt. Die Teilnahme am Umzug sei Gmürs persönliche Entscheidung. Sie entspreche nicht der Haltung der Partei.

Als Nationalrat sei Gmür eine öffentliche Person. Er habe damit eine gewisse Vorbildfunktion, sagte Pfister dem «Tages-Anzeiger» und dem «Blick». Das Verhalten von Gmür entspreche nicht dem, was man der Bevölkerung in Corona-Zeiten leider vorschreiben müsse.

Ähnlich äusserte sich die Mitte-Fraktionschefin Andrea Gmür. Die Fasnacht sei eine Zeit, in der man vor überschäumender Freude manchmal den Geist ausschalte. Aber das solle nichts rechtfertigen. Alois Gmür sei für sein Verhalten selber verantwortlich.

Kantonspolizei Schwyz zum wilden Umzug

Über 1'000 Personen haben gestern Montagmorgen in Einsiedeln trotz Veranstaltungsverbot am traditionellen «Sühudiumzug» beigewohnt.

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Quelle: CH Media Video Unit / TeleZüri / Tele 1

Reaktionen der Bevölkerung und Politik 

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Quelle: Tele 1

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. Februar 2021 03:30
aktualisiert: 16. Februar 2021 20:10
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