Immensee

Bauarbeiter stossen auf Reste einer Pfahlbausiedlung

3. September 2020, 15:13 Uhr
Eine Flugaufnahme zeigt Immensee bei Küssnacht, wo möglicherweise Reste einer Pfahlbausiedlung zu Tage gefördert wurden.
© Staatsarchiv Schwyz
Reste einer jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlung sind bei Aushubarbeiten am Dorfplatz in Immensee zum Vorschein gekommen. Der Bezirk Küssnacht hat daher einen Baustopp verfügt.

Die Funde deuten auf gut erhaltene Reste aus dem späten vierten Jahrtausend vor Christus hin, wie das Schwyzer Bildungsdepartement am Donnerstag mitteilte. Darauf gestossen waren die Arbeiter auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Rigi Royal, wo derzeit 15 neue Eigentumswohnungen und ein Restaurant entstehen.

Zum Vorschein gekommen seien etwa ein mögliches Pfahlfeld und verschiedene organische Funde, sagte Staatsarchivar Valentin Kessler auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es würde sich um die erste bekannte neolithische Pfahlbausiedlung im inneren Kantonsteil handeln. Auf Zuger Seite des Zugersees gibt es laut Kessler bereits ähnliche Funde.

Man kläre nun ab, welche Fläche betroffen sei und ob allenfalls verschiedene Kulturschichten übereinander lagern, sagte Kessler. Das Schwyzer Amt für Kultur zog dafür Spezialisten im Bereich Feuchtbodenarchäologie bei. Sie sollen die Bedeutung, die Lage sowie den Umfang der Funde feststellen und klären, ob und in welchem Umfang Ausgrabungen nötig sind.

Wieder abgedeckt

Die vor zwei Wochen entdeckten, mutmasslich archäologisch relevanten Schichten wurden zum Schutz wieder abgedeckt. Die Bauarbeiten an Fundament und Bohrpfahlwänden laufen derweil in Begleitung mit den Archäologen und dem Amt für Kultur weiter. Nach Abschluss der notwendigen archäologischen Arbeiten können die Bauarbeiten am Bauprojekt planmässig fortgesetzt werden.

Die Siedlung dürfte rund 5'000 Jahre alt sein. Bis heute sind aus dem Kanton Schwyz insgesamt zehn Pfahlbaufundstellen am oberen Zürich- und am Obersee bekannt - darunter die europaweit einzigartigen Stege und Brückenübergänge nördlich der Hurdener Landzunge sowie die Pfahlbaufundstelle «Hurden Seefeld». Letztere wurden 2011 zusammen mit weiteren Schweizer und europäischen Pfahlbaufundstellen zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 3. September 2020 11:55
aktualisiert: 3. September 2020 15:13