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Liste der 300 Reichsten Schweizer

Der drittreichste Unternehmer lebt in Schwyz – vier neue Namen aus Zug

Nico Conzett, Chantal Gisler, 26. November 2021, 06:10 Uhr
Am meisten an Vermögen zugelegt hat der Schwyzer Klaus-Michael Kühne. Das zeigt die Liste der «Bilanz». Sein Vermögen ist seit dem letzten Jahr um 17 Milliarden Franken gestiegen. Neu auf der Liste der 300 reichsten Menschen der Schweiz befinden sich vier Zuger Namen.
Hat gut lachen: Klaus-Michael Kühne konnte im letzten Jahr ordentlich an Vermögen zulegen.
© Keystone

821'800'000'000: Die Zahl mutet absurd an. Beinahe 822 Milliarden Franken haben die 300 reichsten Bewohner der Schweiz gemeinsam angehäuft. Es ist der höchste Stand aller Zeiten, wie das Schweizer Wirtschaftsmagazin «Bilanz» in seiner Dezemberausgabe verkündet.

Und nicht nur das: Obwohl die Wirtschaft weltweit durch die Coronapandemie gebeutelt wurde, stellen die Superreichen weitere Rekorde auf. Beispielsweise den für den höchsten Zuwachs an Vermögen, gemeinsam dürfen sie sich über ein Plus von 115 Milliarden freuen. Und auch die zehn Allerreichsten haben fleissig Geld gescheffelt: Sie verzeichnen allein deren 41 Milliarden Zuwachs an Vermögen.

Kamprad-Gebrüder stehen zuoberst auf dem Podest

Spitzenreiter sind Altbekannte: Die Gebrüder Kamprad, welche das Ikea-Imperium von ihrem verstorbenen Vater Ingvar geerbt haben. Die drei Brüder Jonas (55), Peter (57) und Mathias (52) führen den Konzern heute und dürfen ein geschätztes Vermögen von 55-56 Milliarden Franken ihr Eigen nennen. Sie leben im Kanton Waadt.

Auf Rang zwei folgen die Basler Pharma-Familien Hoffmann, Oeri und Duschmalé. Dass es den Besitzern des Roche-Konzerns während der Pandemie finanziell gut geht, verwundert kaum. Roche besitzt nämlich die weltweiten Rechte an der PCR-Technologie, die seit dem Ausbruch des Virus wohl jedem ein Begriff sein dürfte. Indirekt verdienen die Roche-Besitzer damit wohl bei jedem PCR-Corona-Test mit – ihr Vermögen stieg 2021 von knapp 30 Milliarden auf deren 34,5.

Schwyzer Unternehmer auf Platz drei

Ebenfalls noch auf das Podest der reichsten Schweizer schafft es der im Kanton Schwyz wohnhafte deutsche Transport-Mogul Klaus-Michael Kühne. Der 84-Jährige ist einer der ganz grossen Gewinner unter den Superreichen. Er hält nach wie vor Anteile von mehr als 50 Prozent an der Logistikfirma Kühne+Nagel und konnte sein Gesamtvermögen 2021 beinahe verdreifachen. Aktuell besitzt er rund 30 Milliarden Franken.

Diesen Zuwachs hat er vor allem zwei Dingen zu verdanken: Den Hauptbeteiligungen am Logistikkonzern Kühne+Nagel und der Reederei Hapag-Lloyd. Deren Börsenwerte sind im letzten Jahr überdurchschnittlich stark gestiegen. Der 84-Jährige arbeitet noch bei Kühne+Nagel, hat sich aber aus allen operativen Geschäften zurückgezogen. Hauptsächlich behält er den Kurs der Firma im Auge.

Zu den 10 reichsten Schweizern gehören auch die Familien Schindler und Bonnard aus Nidwalden. Sie verdanken ihr Vermögen dem Anteil der Gründerfamilien an den Namensaktien, nicht dem Liftgeschäft und auch nicht dem Aktienkurs. Der Besitz der Familien wird auf 16,5 Milliarden Franken geschätzt.

Die «neuen» sind häufig erfolgreiche Investoren

In diesem Jahr befinden sich unter den 300 reichsten Schweizerinnen und Schweizer elf neue Namen. Darunter gleich vier aus dem Kanton Zug. Die Familie Buhofer hat ein Vermögen von etwa 1 bis 1,5 Milliarden Franken. Mit der BURU Holding besitzt sie wesentliche Beteiligungen an Kardex, Schaffner und der Cham Group. Diese werden an der Börse weiter vorangetrieben.

Lars Windhorst zog erst im Frühling 2020 in den Kanton Zug. Seine Karriere ist ein Auf und Ab: Noch keine 18 Jahre alt macht er grosse Geschäfte mit Computern, die er aus billigen Teilen aus Asien zusammenbaut. Als die Dotcom-Blase platzt, muss er zwischenzeitlich Privatinsolvenz anmelden und überlebt sogar einen Flugzeugabsturz in Kasachstan. Er rafft sich auf, beteiligt sich an verschiedenen Firmen und gründet seine eigene Holding.

Niklas Nikolajsen hatte den richtigen Riecher: Der Investor kaufte seine ersten 1'000 Bitcoins für 77 Cent pro Stück und machte dabei ein Vermögen. Die Bitcoins sind heute zwischen 50 und 60 Millionen Franken wert. Der gebürtige Däne hat sich zum führenden Kryptodienstleister der Schweiz hinaufgearbeitet.

In der «Bilanz» wird er als Phantom bezeichnet: Gonpo Tsering. Er ist nicht auf den Sozialen Medien aktiv, gibt keine Interviews und es gibt kaum Fotos des rund 300 Millionen schweren Investoren. Er hat bei vielen Firmen in verschiedenen Positionen mitgewirkt und nennt sich selbst einen «Deeptech»-Investor. Beispielsweise beim Sportschuhhersteller «On», der im September an die New Yorker Börse ging, war Tsering ein früher Investor.

Die Reichsten aller Zeiten sind noch viel reicher

Verglichen mit den reichsten Menschen aller Zeiten, welche den Planeten Erde besiedelt haben, sind selbst die Kamprads arme Schlucker. Schätzungen zufolge soll beispielsweise der israelische König Salomon ein Vermögen von 2,2 Billionen sein Eigen genannt haben. Übertrumpft wird er nur noch von Augustus Caesar, dem römischen Feldherr und Diktator, der zur Zeit der Geburt Jesus über das Römische Reich herrschte: Die Schätzung der «Bilanz» bezüglich seines Vermögens beträgt schier unfassbare 4,6 Billionen Dollar.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. November 2021 05:57
aktualisiert: 26. November 2021 06:10