Einbürgerungen

Der Kanton Schwyz ist besonders streng

Caspar van de Ven, 31. Juli 2020, 19:52 Uhr
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Quelle: tele1

Das Einbürgerungsverfahren im Kanton Schwyz hat schon öfters für negative Schlagzeilen gesorgt. Weil den Gesuchsteller teils zu schwierige Fragen gestellt werden, wollen Mitglieder der SP des Kantons Schwyz das Verfahren optimieren.

Welche Tiere leben im Tierpark Goldau zusammen in einem Gehege? Diese Frage wurde einem Italiener bei der Einbürgerung in der Schwyzer Gemeinde Arth gestellt. Einem Mann, der bereits seit 30 Jahren in der Schweiz lebt. Dem Bundesgericht ging dies zu weit. Es kritisierte, dass Spitzfindigkeiten in einem Einbürgerungsverfahren keinen Platz hätten. Auch die SP des Kantons Schwyz stört sich am restriktiven Vorgehen der Gemeinden. Mehrere Mitglieder der Partei wollen das Einbürgerungsverfahren deshalb optimieren.

Extrem hohe Ablehnungsrate

Gemäss der kantonalen Gesetzgebung müssen Gesuchstellende über Grundkenntnisse der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der Schweiz, im Kanton Schwyz und in der Gemeinde verfügen. Doch mit diesen «Grundkenntnissen» nimmt es der Kanton Schwyz offenbar viel genauer als andere Kantone der Schweiz.

In einigen Schwyzer Gemeinden liegt die Ablehnungsquote bei Einbürgerungen zwischen 20 und 50 Prozent. In gewissen Gemeinden wird also rund jedes zweite Gesuch abgelehnt. Zum Vergleich: Im gesamtschweizerischen Durchschnitt enden nur vier Prozent aller Gesuche mit einem negativen Entscheid. Die Vertreter der kantonalen SP setzten sich nun mit zwei Vorstössen dafür ein, dass Einbürgerungen auch im Kanton Schwyz einfacher werden. Sie fordern beispielsweise, dass ein Gesuchsteller nicht mehr fünf Jahre in der Gemeinde leben muss, sondern die Einbürgerung bereits nach zwei Jahren beantragen kann. Auch fordern die SP-Politiker von der Kantonsregierung weitere Lösungsansätze, wie das Einbürgerungsverfahren verbessert und optimiert werden kann.

Würdest du die Einbürgerung schaffen?

Die Frage, welche Tiere im Tierpark Goldau in einem Gehege zusammenleben, ist sicherlich nur von Stammgästen oder den Tierpflegern zu beantworten. Aber auch sonst zeigt sich, die Einbürgerungsfragen sind alles andere als einfach. Hier einige Beispiele:

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 29. Juli 2020 11:47
aktualisiert: 31. Juli 2020 19:52