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Schwyz

«Folgen einer Schulschliessung wären dramatisch»

3. November 2020, 08:44 Uhr
Kantonsschule in Schwyz. (Symbolbild, Archiv)
© KEYSTONE/SIGI TISCHLER
Der Kanton Schwyz hält an seinen schärferen kantonale Massnahmen fest. Er will zuerst prüfen, wie sich die Massnahmen auf die Fallentwicklung auswirken. In Sachen Fernunterricht sieht man jedoch nur einen Weg.

Dies gab der Kanton Schwyz am Montag in einer Medienkonferenz bekannt. Die kantonalen Massnahmen gehen in drei Bereichen weiter als jene des Bundes:

1. Im Kanton Schwyz ist die Durchführung von Veranstaltungen im nicht privaten Bereich mit über 30 Personen verboten. Der Bund hat die Grenze bei 50 Personen festgelegt.

2. Am Arbeitsplatz gilt in den Innenräumen eine Maskentragepflicht. Sämtliche Arbeitgeber, Arbeitnehmer und selbstständig Erwerbende haben eine Maske zu tragen. Ausgenommen von der Maskentragepflicht am Arbeitsplatz sind Personen, die alleine in einem geschlossenen Raum arbeiten (z. B. Einzelbüro). Diese kantonale Ausnahmebestimmung ist strenger als diejenige des Bundes, nach welcher die Maskentragepflicht nicht für Arbeitsbereiche gilt, in denen der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen eingehalten werden kann (namentlich in abgetrennten Räumen).

3. Der Bund schreibt ab der Sekundarstufe II eine generelle Maskentragepflicht vor. Im Kanton Schwyz gilt die Maskentragepflicht bereits ab der Sekundarstufe I.

«Fernunterricht unbedingt verhindern»

Auch wenn die Lage coronabedingt in der ganzen Schweiz sehr ernst ist, so ist man sich bei den Bildungsverantwortlichen einig, dass ein erneuter Fernunterricht unter allen Umständen vermieden werden muss. Die ersten Resultate aus den Studien zum Fernunterricht würden zeigen, dass sich die Unterschiede beim Lernfortschritt gerade bei Kindern im Primarschulalter vergrössern würden. «Kinder, die ohnehin schon sozial benachteiligt sind, sind in einem Setting mit Fernunterricht schlechter gestellt als beim Präsenzunterricht», hält das Schwyzer Bildungsdepartement fest. Da Kinder nur selten krank seien und das Virus selten übertragen, hätten sie einen sehr begrenzten Einfluss auf die Verbreitung. Dies habe auch das BAG in diesen Tagen erneut bekräftigt. Zudem sei die Schule ein Ort der Stabilität und der Kontinuität und viele Familien würden sich nach der neuerlichen Ausbreitung des Coronavirus in einer angespannten Situation befinden. «Die Folgen einer Schulschliessung beziehungsweise eines Verbots von Präsenzunterrichts im jetzigen Zeitpunkt wären auf verschiedenen Ebenen dramatisch», hält das Bildungsdepartement fest.

«Situation in Spitälern bleibt angespannt»

Zurzeit sind im Kanton Schwyz insgesamt 1'701 Personen positiv auf das Corona-Virus getestet (Stand 2. November). Durchschnittlich wurden in den letzten sieben Tagen 136 Neuinfektionen pro Tag registriert. In den Schwyzer Spitälern sind insgesamt 54 Personen aus dem Kanton Schwyz hospitalisiert. Zurzeit müssen zwei Personen beatmet werden. «Die Anzahl der Hospitalisationen und der beatmeten Patienten verändert sich laufend», hält das Departement des Innern fest. Und: «Die Situation in den Schwyzer Spitälern bleibt angespannt.»

Coronafälle in Pflegeheimen

Wie der Kanton weiter schreibt, haben elf Pflegeheime zurzeit Corona-Patienten registriert. In zwei Heimen wurden mehr als zehn Bewohner positiv getestet, in vier Pflegeheimen gilt ein Besuchsverbot. Betroffene Personen würden sich in Isolation befinden und die Kontaktpersonen mussten in Quarantäne.

Das Contact-Tracing wird weiter ausgebaut

Der Kanton hat ein eigenes Contact-Tracing-Team aufgebaut und dieses gewährleistet zusammen mit der Lungenliga Zentralschweiz das Contact-Tracing für Schwyz. Zudem sind noch verwaltungsinterne Personen eingebunden, Unterstützung soll noch von Zivildienstleistenden kommen. Sowohl das Contact-Tracing-Team des Kantons sowie auch die Lungenliga haben ihre Kapazitäten weiter aufgebaut.

Kennzahlen Corona

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 2. November 2020 16:21
aktualisiert: 3. November 2020 08:44