Brand in Seewen

«Ich hatte Angst, dass mein Sohn noch in der Wohnung ist»

23. August 2022, 21:18 Uhr
Am vergangenen Samstag kam es an der Badstrasse in Seewen im Kanton Schwyz zu einem Brand. 65 Personen mussten wurden aus dem Wohnblock evakuiert. Darunter auch Enes Suljuvic. Obwohl seine Wohnung nicht vom Brand betroffen war, kam er mit dem Schrecken davon.
Enes Suljuvic sorgte sich um seine Kinder.
© PilatusToday/Lesrreporter
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Die Wohnungen im Mehrfamilienhaus an der Badstrasse in Seewen stehen leer. Ein technischer Defekt löste ein Brand aus, der das Leben von 65 Personen auf einen Schlag veränderte. Seit Samstag wohnt Enes Suljuvic zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern bei einer Nachbarin, die ihm anbot, bei ihr einzuziehen. Als es am letzten Samstag zum Brand kam, war Suljuvic gerade unterwegs: «Meine Nachbarin hatte mich panisch angerufen und mich gefragt, ob es mir gut gehe? Da wusste ich noch gar nicht, was geschehen war.»

Enes Suljuvic erzählt vom Brand in Seewen.

Nachdem er vom Brand erfahren hatte, rief er sofort seinen Sohn an, der eigentlich zu Hause hätte sein sollen. «Er ging nicht ans Handy, da stieg ich sofort ins Auto und fuhr nach Hause. Ich hatte so Angst, dass meine Kinder noch in der Wohnung sind.»

Schon ein paar Hundert Meter vor seiner Wohnung seien ihm schon die ersten Rauchschwaden entgegengekommen: «Ich sah viele meiner Nachbarn vor dem Gebäude stehen, überall war Rauch. Die Feuerwehr war bereits vor Ort, aber wo waren meine Kinder?»

Kurz darauf klingelte sein Handy. «Mein Sohn war dran und versicherte mir, dass es ihnen gut gehe.» Vor unserem Wohnblock fand ich eine Versammlung aus Feuerwehr, Sanitätern, Polizei und Bewohnern vor. Da fand ich auch meine Kinder.»

Suljuvics Wohnung blieb im Gegensatz zu den Wohnungen in der Badstrasse 2 unbeschädigt. Trotzdem mussten er und seine Familie vorsichtshalber umziehen. Jetzt wohnen sie für unbestimmte Zeit im Haus gegenüber bei ihrer Nachbarin. Frühestens übernächste Woche können sie wieder in ihre Wohnung ziehen. Für Enes Suljuvic sei das aber Nebensache: «Hauptsache, es wurde niemand schlimmer verletzt. Die Gemeinde hat sich sehr gut um alle gekümmert.»

(str)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 23. August 2022 17:44
aktualisiert: 23. August 2022 21:18