Energie

Kanton Schwyz soll Anstrengungen im Energiebereich verstärken

21. April 2022, 12:21 Uhr
Bei einer nationalen Strommangellage kann sich der Kanton Schwyz nicht unabhängig von der übrigen Schweiz weiter versorgen. Die Regierung möchte daher prüfen, wie das regionale Energie- und Wärmepotenzial in Kombination mit möglichen Speichertechniken optimal genutzt werden kann.
Die Vorbereitung auf einen möglichen Stromausfall oder eine Strommangellage sei essenziell, hält die Schwyzer Regierung fest. (Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY

Dies, um saisonale Schwankungen auszugleichen, die Versorgungssicherheit zu steigern und gleichzeitig einen Beitrag zum Netto-Null-Ziel zu leisten, schreibt der Regierungsrat in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort. Die Anstrengungen im Energiebereich müssten weiter verstärkt werden.

Notfallsirenen wurden aufgerüstet

Bei einem Blackout seien bezüglich der Notsysteme Prioritäten zu setzen, da eine Ausstattung aller Dienstleistungen mit Notstromsystemen nicht zielführend sei, heisst es.

Die Notfallkonzepte konzentrierten sich auf die Aufrechterhaltung der Notkommunikation und Alarmierung der Einsatzorganisationen. Im Kanton verfügen laut Regierung die einsatzrelevanten Infrastrukturen und Schlüsselsysteme wie Noteinsatzzentralen, Spitäler oder Feuerwehren über eine Notstromversorgung.

Zur Alarmierung der gesamten Bevölkerung in der letzten Notfallebene betreibt der Kanton 110 stationäre und 59 mobile Sirenen. Diese wurden aufgerüstet, notstromgeschützt und seien sowohl direkt vor Ort als auch über die Einsatzzentrale der Kantonspolizei auszulösen.

Notvorrat gefragt

Die Regierung hält in der Antwort weiter fest, dass die ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln im Falle einer Strommangellage oder einem länger andauernden Stromausfall schwierig zu bewältigen wäre. Die Lebensmittelverteiler verfügten nicht über genügend Notstromanlagen. Entsprechend komme dem Notvorrat und der Eigenverantwortung grosse Bedeutung zu. Die Bevölkerung sei angehalten, einen Lebensmittelvorrat für mehrere Tage anzulegen.

Ein kompletter Stromausfall würde die Schweizer Wirtschaft gemäss Hochrechnungen mindestens zwei bis vier Milliarden Franken pro Tag kosten. Grob umgerechnet auf den Kanton Schwyz ergäbe das Kosten von 40 bis 80 Millionen Franken pro Tag. Die Vorbereitung auf einen möglichen Stromausfall oder eine Strommangellage sei auf der Verwaltungsebene, aber auch in der Wirtschaft und Bevölkerung essenziell, hält die Regierung fest.

Quelle: sda
veröffentlicht: 21. April 2022 12:21
aktualisiert: 21. April 2022 12:21
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