Bildung

Kollegium Schwyz und Theresianum Ingenbohl schliessen sich zusammen

23. September 2020, 16:40 Uhr
Die vereinigte Mittelschule findet Platz an der Kantonsschule in Schwyz. (Archivbild)
© KEYSTONE/SIGI TISCHLER
Die Kantonsschule Kollegium Schwyz (KKS) und das Theresianum Ingenbohl schliessen sich am Standort Schwyz zur Kantonsschule Innerschwyz zusammen. Das bedeutet das Ende des Mädchen-Internats in Ingenbohl. Die neue Mittelschule wird ihren Betrieb im Sommer 2024 aufnehmen.

Das Schwyzer Bildungsdepartement und die Stiftung Theresianum Ingenbohl hätten seit längerer Zeit über eine mögliche Zusammenführung diskutiert, teilten beide am Mittwoch mit. Das Kollegium Schwyz ist eine Kantonsschule, das Theresianum in Ingenbohl eine Privatschule mit kantonalem Auftrag.

Die Fusion solle die «Mittelschullandschaft im inneren Kantonsteil» optimieren. Dort nämlich sei die Mittelschuldichte hoch, wobei die KKS und das Theresianum in den letzten Jahren einen bedeutsamen Schülerrückgang zu verzeichnen hatten. Die Stiftung Theresianum steckt zudem in einer schwierigen finanziellen Situation.

Diese Tatsache habe mit zum Entscheid des Stiftungsrats beigetragen, wird der Stiftungspräsident, Jürg Krummenacher, in der Mitteilung zitiert. Aber es schmerze sehr, die lange Tradition des Theresianums als eigenständige Schule aufgeben zu müssen. Er könne nicht verhehlen, dass der Stiftungsrat über die Standortwahl alles andere als glücklich sei.

Kritik aus Ingenbohl

Auch die Gemeinde Ingenbohl sprach in einer Mitteilung von einem «herben Verlust». Die Schliessung bedeutet das Ende des Mädcheninternats mit Gymnasium, Sekundarschule und Fachmittelschule, das rund 330 Schülerinnen und Schüler zählt.

Das Theresianum sei in einer unvorteilhaften Verhandlungsposition gewesen, auch weil es im Gegensatz zum Kollegi seit Jahren nicht kostendeckende Beiträge erhalten habe.

Eine Projektgruppe soll nun Klarheit über die Ausgestaltung der neuen Kantonsschule schaffen. Die KKS bietet grundsätzlich am heutigen Standort genügend Raum für die rund 700 Schülerinnen und Schüler. Die zusätzlichen Schulräume sollen mit einem Ausbau der Dachgeschosse und weiteren baulichen Anpassungen geschaffen werden.

Im Schuljahr 2021/22 gibt es laut Mitteilung keine Änderungen. Die Bildungsangebote in der KKS und im Theresianum werden wie bisher getrennt weiterführt.

«Bisherige Kultur» beibehalten

Bildungsdirektor Michael Stählin betont in der Medienmitteilung, man werde sich dafür einsetzten, dass die bisherige Kultur des Theresianums auch in der neuen Schule spürbar bleibe.

Die Gemeinde Schwyz hatte im Vorfeld den Kanton aufgefordert, das Kollegium Schwyz nicht aufzugeben und nicht mit dem Theresianum in Ingenbohl zusammenzulegen. Der Verlust der Kantonsschule würde die Standortattraktivität von Schwyz beeinträchtigen, warnte die Gemeinde.

Das Kollegium und das Theresianum waren beide fast zeitgleich von Theodosius Florentini gegründet worden. Der Sozialreformer hatte 1856 das im Sonderbundskrieg zerstörte Kollegium in Schwyz als Knabenschule neu eröffnet. Die ehemalige Töchterschule Theresianum geht auf das Jahr 1860 zurück.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. September 2020 16:45
aktualisiert: 23. September 2020 16:40