Berufsbildungszentrum Pfäffikon

Lehrmittel für 300'000 Franken: Strafanzeige gegen ehemalige Mitarbeiterin

Tobias Hotz, 7. September 2020, 12:58 Uhr
Im Berufsbildungszentrum Pfäffikon wurde für Materialien im Wert von 300'000.- Franken keine Rechnung gestellt (Symbolbild).
© Keystone/LAURENT GILLIERON
Gegen eine ehemalige Mitarbeiterin des Berufsbildungszentrums Pfäffikon (BBZP) hat das Bildungsdepartement Schwyz Strafanzeige eingereicht. Ihr wird ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen.

«Am Berufsbildungszentrum Pfäffikon wurden über mehrere Jahre keine Rechnungen gestellt für Schulmaterial», erklärt Bildungsdirektor Michael Stählin auf Anfrage von PilatusToday und Tele 1. Es handle sich um persönliche Lehrmittel und Materialien, welche die Lernenden in der Grundbildung benötigen. Der mutmassliche Schadensbetrag wird nach dem bisherigen Stand der Abklärungen auf rund 300'000 Franken geschätzt. Die Vorfälle wurden im Frühjahr 2020 bekannt. Das Arbeitsverhältnis wurde daraufhin aufgelöst. «Momentan erarbeiten wir einheitliche Regelungen unter den Berufsfachschulen für die in Rechnungstellung von Schulmaterialien. In diesem Zusammenhang wurde festgestellt, dass am BBZP keine Rechnungen gestellt wurden.»

Das Bildungsdepartement hat nun wegen des Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung Anzeige gegen eine ehemalige Mitarbeiterin eingereicht.

Bildungsdirektor Michael Stähli nimmt gegenüber PilatusToday Stellung zu den Vorfällen.

© Kanton Schwyz

Kanton möchte Schaden minimieren

Mit welchen Motiven die ehemalige Mitarbeiterin gehandelt habe, sei noch nicht bekannt. «Es sind noch diverse Fragen offen in diesem Zusammenhang. Das laufende Verfahren soll nun Licht ins Dunkle bringen», so Stählin. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Lernenden von den Vorkommnissen wussten und somit wissentlich profitierten. «Man will den Schaden für den Kanton nun möglichst geringhalten. Daher versuchen wir, rückwirkend auf die zurückliegenden Jahre, die Zahlungen einzufordern.» Stählin spricht von einem Zeitraum von fünf bis sieben Jahren, in dem keine Rechnungen gestellt wurden. Ehemalige Lernende könnten somit von einer Rechnung für ein sieben Jahre altes Buch überrascht werden.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 7. September 2020 12:04
aktualisiert: 7. September 2020 12:58