Massnahmenkatalog

Mehr Lohn und weniger Lektionen: So will der Kanton Schwyz den Lehrerberuf attraktiver machen

19.02.2024, 20:05 Uhr
· Online seit 19.02.2024, 12:19 Uhr
Zwei Berufsverbände haben im Kanton Schwyz über 4500 Unterschriften für einen attraktiveren Lehrerberuf gesammelt, um die Politik zum Handeln aufzufordern. Fast zeitgleich zu deren Ankündigung präsentierte der Schwyzer Erziehungsrat ein entsprechendes Massnahmenpaket.
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Mehr als 4500 Personen haben die Petition seit November 2023 unterschrieben, wie die Verbände in einer Mitteilung vom Montag schreiben. Konkret fordern sie zwei Klassenlehrerstunden auf allen Stufen, eine Anpassung des Lohnes und personelle Unterstützung beispielsweise in Form von Klassenassistenzen.

Lehrkräfte fühlen sich von Politik alleingelassen

«Die Situation in unserem Kanton ist akut», lässt sich Rita Marty, Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrerverbands in der Mitteilung zitieren. Es brauche dringend Verbesserungen. Die Petition wolle man am kommenden Mittwoch bei der Kantonsregierung einreichen – im Zuge einer Demonstration.

Besonders herausfordernd seien für die Lehrpersonen die hohen Fluktuationen, ein steigender Erwartungsdruck seitens Eltern und Behörden sowie ein übermässig grosses Pensum an administrativen Arbeiten. Marty betont weiter: «Es darf nicht sein, dass die Lehrpersonen weiterhin ausbaden, was die Politik zu lange vernachlässigt hat.»

Lohnerhöhung für hohe Pensen

Ebenfalls meldete sich am Montag der Erziehungsrat des Kantons Schwyz mit einer Mitteilung zu Wort. Darin präsentiert er einen Massnahmenkatalog gegen den Lehrkräftemangel mit kurz- und mittelfristigen Massnahmen. Er rechnet dafür mit Folgekosten von bis zu 11 Millionen Franken. «Mehr Lohn, Entlastung für Klassenlehrpersonen und mehr Ressourcen – wir nehmen so alle Anliegen auf», erklärt der Schwyzer Bildungsdirektor Michael Stähli gegenüber Tele 1.

Rita Marty ist mit dieser Erklärung nicht ganz einverstanden: «Wir brauchen vor allem personelle Ressourcen. Klassenassistenzen sind beispielsweise eine gute Hilfe im Klassenzimmer. Von solchen Ressourcen ist aber leider momentan nicht die Rede.»

Umfrage zur Belastung durchgeführt

Der Lehrermangel ist im Kanton Schwyz bereits seit längerem ein Thema. Eine vom Kanton eingesetzte Projektgruppe hatte 2022 einen Analyse- und Massnahmenbericht erstellt, welcher später vom Erziehungsrat als ungenügend eingestuft wurde, da er «zu wenig Fleisch am Knochen habe», wie es damals hiess.

Im Herbst 2023 startete der Erziehungsrat Zusatzabklärungen in Form einer Online-Umfrage. 1740 Lehrpersonen hatten an dieser teilgenommen. Die Ergebnisse zeigten, dass 64 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer des Kantons Schwyz sich in ihrem Beruf stark belastet fühlten.

(sda/red.)

veröffentlicht: 19. Februar 2024 12:19
aktualisiert: 19. Februar 2024 20:05
Quelle: PilatusToday

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